Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen und Hinweise zur Störungsminimierung

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Schwarzen Grubenlaufkäfers gehen vor allem von Forst- und Wasserwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

 

Wasserwirtschaft

  • Erhalt der natürlichen Quellhorizonte, insbesondere ausgedehnter Sickerquellen mit Gewährleistung einer ausreichend stabilen Wasserversorgung bzw. Quellschüttung; keine Ausleitung oder Entnahme

  • Rückbau von alten Brunnen, Schächten und Leitungen in den Lebensräumen nur nach vorheriger Prüfung der resultierenden Abflusssituation.      

Forstwirtschaft

  • Sicherung/Erhalt der Beschattung der Lebensräume. Zusätzlich keine Holzentnahme (auch Totholz, Wurzelteller) in einem Pufferstreifen um die Lebensräume sowie entlang möglicher Vernetzungsstrukturen.

  • In größeren Lebensräumen mit mehreren Grundstückseigentümern/Nutzern:  Koordination der Holzentnahme zur Vermeidung vollständiger Rodungen. 

  • Auch bei Naturschutzprojekten nur äußerst schonende Umwandlung von Fichtenforsten in standorttypische Waldgesellschaften mit der Vermeidung großer Schlagflächen: nur anteilig kleinräumige Auflichtung, mit stets verschattet verbleibenden Lebensraumanteilen.

  • Wiederaufforstung von potenziellen Lebensräumen und Entwicklung von Waldbeständen entlang möglicher Vernetzungstrassen (Bachläufe)

  • Keine Drainierungen im Zusammenhang mit forstwirtschaftlichen Maßnahmen

  • Keine Anlage von Kirrungen (insbesondere Schwarzwild) in der Nachbarschaft der Lebensräume

  • Keine Ausbringung von Insektiziden in die Lebensräume. Bei Ausbringung von Insektiziden durch Luftfahrzeuge: Eintrag durch Verwehung durch Berücksichtigung genügend breiter Pufferzonen verhindern.

  • Keine Inanspruchnahme von Lebensräumen durch Wegebau- oder Instandsetzungsmaßnahmen (inkl. Drainierung oder Abschneiden von Quellzuflüssen)

  • Keine Entfernung von Totholz aus den Lebensräumen (Winterquartiere)

Sonstige

  • Einträge (Pestizide) aus landwirtschaftlichen Flächen unterbinden (Anlage von bewaldeten Pufferstreifen) 

Sonstige Maßnahmen

  • Überprüfung kleiner Fischzuchten (Forelle) im Bereich der Quellköpfe; ggf. Rückbau der Anlagen.
  • Aufgrund der genetischen Eigenständigkeit der Populationen Unterlassung von Ansiedlungsprojekten, Umsiedlungsaktionen oder sogenannten „Bestandsstützungen“.
  • Erhalt von Kleinststrukturen wie Totholz und Wurzeltellern gestürzter Bäume.

Verbreitung

Literatur

Literatur