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Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus)

Landlebende Quellart - Wasserlebender Laufkäfer

Der Schwarze Grubenlaufkäfer ist eng an oft sehr kleinräumige, sumpfige Quelllebensräume in Wäldern gebunden und gehört zu den wenigen Großlaufkäfern, die eine halbaquatile Lebensweise führen.  Die Art ist aufgrund ihrer einheitlich schwarzen Färbung und stark gerunzelten Flügeldecken in Deutschland unverwechselbar. Grubenlaufkäfer sind nachtaktiv und leben sehr versteckt. Die Käfer verbergen sich tagsüber meist am Ufer oder an sumpfigen Stellen und jagen nachts auch untergetaucht im flachen Wasser kleinere Wirbellose. Der Schwarze Grubenlaufkäfer ist der einzige mitteleuropäische Großlaufkäfer mit einer solchen Lebensweise. In der Roten Liste Deutschlands wird er als „vom Aussterben bedroht“ geführt.


Die runzelige Struktur der Flügeldecken macht den Schwarzen Grubenlaufkäfer unverwechselbar
© Michael Franzen
Dieses Bild zeigt einen Grubenlaufkäfer Carabus variolosus

Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus)
© Michael Franzen
Dieses Bild zeigt einen Grubenlaufkäfer

 

Lebensraum

© Michael Franzen
Lebensraum Grubenlaufkäfer

 

Schwarze Grubenlaufkäfer besiedeln fast ausschließlich rohbodenreiche, sumpfige Quellfluren, Quellrinnsale und Schwemmkegel mit stetiger Wasserführung an alten Waldstandorten, meist Erlen- und Eschenwäldern (prioritärer LRT 91E0* Anh. I FFH-Richtlinie) in niedrigen und mittleren Höhenlagen. Sie sind eng an solche Lebensräume gebunden und werden praktisch nie außerhalb davon gefunden. Die Art ist flugunfähig und gilt als sehr ausbreitungsschwach.

 

 

Anmerkung zur Nomenklatur

Die westlichen Populationen des Schwarzen Grubenlaufkäfers (vgl. auch Menü „Verbreitung“) wurden in der älteren Literatur (zum Beispiel Horion 1941) als Unterart nodulosus Creutzer, 1799 des im Karpatenbogens verbreiteten Carabus variolosus Fabricius, 1797 aufgefasst. In den 1980er Jahren schlugen dann Casale et al. (1982) aufgrund von Unterschieden in der Genitalmorphologie vor, beide Formen als eigenständige, mutmaßlich reproduktiv isolierte Arten aufzufassen. Dem gegenüber werden in der jüngeren Literatur und der Terminologie des BfN beide Formen vor dem Hintergrund des europarechtlichen Schutzstatus meist wieder als Unterarten verstanden. Neueste genetische Untersuchungen (Mossakowski et al. 2020) bestätigen allerdings den eigenständigen Artstatus der westlichen Populationen (Mitteleuropa, westliche Balkanhalbinsel) als Carabus nodulosus.

Verbreitung

Literatur

Literatur