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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Weißschnauzendelfin ist die größte der drei ozeanischen Delfinarten des Nordatlantiks und wirkt deutlich massiger als der Weißseitendelfin und der Gewöhnliche Delfin. Mit dem Weißseitendelfin teilt er ein Verbreitungsgebiet bis ans arktische Eis, doch kommt er insbesondere von Juni bis Oktober häufiger in flacheren, küstennäheren Meeresgebieten, wie z.B. der südlichen Nordsee vor (Reid et al. 2003). Mit dem kleinen Bruder teilt er auch die Vorliebe für ein starkes Relief im Meeresboden, welches vermutlich für ein reichliches Nahrungsvorkommen sorgt. In den Mageninhalten von Weißschnauzendelfinen, die an der niederländischen Küste gestrandet waren, konnten zwar 25 verschiedene Fischarten identifiziert werden, doch machten darunter die Dorschartigen bei weitem die Hauptmenge aus. Insbesondere Wittling und Kabeljau waren gewichtsmäßig bedeutend; ein Tier hatte aber auch nur Schellfisch erbeutet. Zahlenmäßig waren kleine Grundeln am häufigsten vertreten, doch liefern diese am Boden lebenden Fische nicht viel Biomasse und somit gewichtsmäßig keinen großen Nahrungsanteil. Außerdem werden manchmal auch Kalmare gefressen. Die starke Bevorzugung der dorschartigen Fische scheint gleichermaßen auf Weißschnauzendelfinen beider Seiten des Atlantiks zuzutreffen (Jansen et al. 2010).

Auch wenn schon Delfingruppen von mehreren hundert Tieren beobachtet worden sind, so liegt die am häufigsten festgestellte Gruppengröße doch bei 3-10 Tieren.

Die Kommunikation zwischen Weißschnauzendelfinen findet – wie bei Delfinen üblich – mit Pfiffen statt, die sich z.T. im für Menschen hörbaren Frequenzbereich abspielen, wohingegen die Klicklaute zur Echoortung im Ultraschallbereich (115 kHz) liegen (Rasmussen & Miller 2002).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Weibliche Weißschnauzendelfine werden etwa mit 7-11 und männliche mit 10-13 Jahren geschlechtsreif. Der älteste bisher bekannte Weißschnauzendelfin wurde 37 Jahre alt. Die Kälber werden nach elf Monaten Tragezeit meist im Sommer geboren. Die neugeborenen Kälber sind etwa 1,2 m lang und 40 kg schwer (Kinze 2009).

Wie bei diversen anderen Delfinarten werden auch beim Weißschnauzendelfin jahreszeitliche Nord-Süd-Wanderungen vermutet, wobei die Tiere im Mittel Geschwindigkeiten von 6-12 km/h und ausnahmsweise bis zu 30 km/h erreichen. Die spärlichen Daten zum Tauchverhalten legen für flache Tauchgänge (bis zu 45 m tief) Durchschnittszeiten von einer halben Minute und nur ausnahmsweise länger als eine Minute nahe (Reid et al. 2003).

Vor der nordamerikanischen Küste gibt es nach einer Flugzeugzählung vom August 2006 evtl. nur 2000 Weißschnauzendelfine (Waring et al. 2007). Eine Zählung vom Juli 2005, genannt SCANS-II, erbrachte hochgerechnet etwa 22.700 Weißschnauzendelfine auf dem europäischen Kontinentalschelf, wovon etwa 10.600 für die Nordsee geschätzt wurden (Kock et al. 2003, Evans & Teilmann 2009).

Verbreitung

Literatur

 Literatur

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