Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Das Sumpf-Glanzkraut ist ein Nässezeiger und besiedelt kontinuierlich bis zur Bodenoberfläche durchnässte, vorzugsweise quellig beeinflusste Flach- und Zwischenmoore sowie an der Nordsee basenreiche Dünentäler (Quinger et al. 2010). Die Böden sind nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, basenreich, oft kalkreich und höchstens schwach sauer (pH > 5,5). Das Glanzkraut kann gelegentliche Überflutung gut verkraften, allerdings nur wenn dabei nicht zu viel Feinmaterial abgelagert wird und wenn diese nicht über mehrere Wochen anhält (Quinger et al. 2010). Die Wuchsorte sind meist Kopfbinsen- und Kleinseggenriede, Quell-, Verlandungs- oder Durchströmungsmoore, Quellsümpfe oder Kalktuff-Bildungen, Verlandungsbereiche von Seen oder feuchte basenreiche Dünentäler an der Nordseeküste. In optimalen Lebensräumen gibt es offene (ohne Pflanzendecke) oder nur mit Moosrasen bewachsene Bodenstellen. Die ursprünglichen Wuchsorte des Sumpf-Glanzkrauts liegen in den natürlich waldfreien, im Wasserhaushalt nicht oder nur minimal veränderten Nieder- und Übergangsmooren sowie in Dünentälern. Zusätzlich konnte es nasse, jedoch natürlicherweise nicht waldfreie und daher nutzungsabhängige Kopfried- und Steifseggen-Riede besiedeln. Ersatzlebensräume wie Ton- und Kiesgruben werden vergleichsweise selten und nur kurzfristig besiedelt. Die Pflanze ist lichtliebend (Hauke 2003). Bei verstärkter Beschattung bildet sie keine Blüten mehr und die Grundblätter sind stark verkleinert.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Ab Mitte April beginnt das Sumpf-Glanzkraut erste Blätter auszutreiben. Die Hauptblütezeit der Pflanze liegt in Deutschland im Juni (im Alpenvorland erfolgt mit steigender Höhenlage eine Verschiebung bis Mitte Juli). Äußere Witterungseinflüsse wirken sich sehr stark auf den Austrieb und die Blühfähigkeit der Pflanze aus, was zu starken Schwankungen in der jährlichen Blührate führen kann (Hauke 2003). Die Bestäubung der Blüten erfolgt vermutlich überwiegend mit eigenem Pollen, denn der überdurchschnittlich hohe Fruchtansatz deutet auf erfolgreiche Selbstbestäubung hin (Hauke 2003). Bisher konnten keine eindeutigen Bestäuber des Glanzkrauts sicher nachgewiesen werden (Ellmauer 2005). Die ungeschlechtliche Vermehrung spielt beim Sumpf-Glanzkraut eine wesentliche Rolle. Die Pflanze kann an Blattresten oder Knolle Brutknospen bilden und sich auf diesem Weg vermehren. Oft findet man daher kleinere Gruppen von Pflanzen an einem Fundort (Ziegenspeck 1936).

Im Spätsommer (ab 2. Augusthälfte) beginnt sich die Pflanze umzufärben und nimmt eine hell zitronengelbe Färbung an. Dies ist