Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Springfrosch ist eine wärmeliebende Art, die als typisch für trocken-frische Laub- und Laubmischwälder mit Altholzbeständen in wärmebegünstigten Regionen gilt. Er besiedelt Wälder, Waldwiesen, -lichtungen, Schneisen sowie Wald- und Wegränder lichter, kraut- und gewässerreicher Laubmischwälder, seltener auch lichte, krautreiche Kiefernwälder. Selbst das Offenland wird nicht gemieden (Günther et al. 1996). Häufig sind die Lebensräume auffallend trocken.

Bei den Laichgewässern handelt es sich zumeist um Weiher, Teiche, Tümpel, Flutrinnen oder Gräben in Waldnähe, die oft reich bewachsen und mind. 10-25 cm tief sein müssen, in vielen Fällen aber deutlich tiefer sind. Die Größe spielt hingegen keine Rolle. Wichtig ist eine mindestens teilweise Besonnung und ein flach auslaufendes, möglichst sonniges Ufer, damit sich die Temperatur des Gewässers bei Sonneneinstrahlung schnell erhöht und so gute Entwicklungsbedingungen für die Kaulquappen bietet. Die Gewässer sind zumeist fischfrei und können in trockenen Jahren immer wieder mal austrocknen.

Die Sommerlebensräume können 100-700 m (max. 1.600 m) von den Laichgewässern entfernt liegen (Blab 1978). Als Winterquartier dienen in den reich gegliederten Mischwäldern z.B. Moospolster, Wurzeln, Steine, Blätterhaufen oder hohle Baumstämme.

Die Geschlechtsreife wird mitunter bereits im 2. Sommer erreicht, der Großteil der Tiere dürfte sich jedoch erst im 3. Sommer fortpflanzen. Das Höchstalter der Tiere beträgt ca. 10 Jahre.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Der Springfrosch ist ein ausgesprochener Frühlaicher. Schon Ende Januar bis Anfang Februar, im Norden aber später, beginnen die Tiere bei günstiger Witterung ihre Wanderungen zu den Laichgewässern. Die Männchen treffen hierbei einige Tage vor den Weibchen an den Gewässern ein. Der größte Teil der Wanderungen und das Laichgeschehen finden im März bis Mitte April statt (Meyer 2004) – also zu dem Zeitpunkt, wenn die Bestellung der Äcker und die Grünlandpflege durchgeführt werden. Da die Männchen meist nachts und unter Wasser rufen, sind ihre Konzerte während der Paarungszeit kaum zu vernehmen.

Die Weibchen geben 300-1.000 Eier in Form von Laichballen ab. Sie werden einzeln um Pflanzenteile (Stängel) oder andere Strukturen (Zweige) in mittleren Wassertiefen (< 40 cm) geheftet; charakteristisch ist, dass die Laichballen dabei wie aufgespießt wirken. In Abhängigkeit von der Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach 1-4 Wochen. Weitere 2-4 Monate später ist die Entwicklung zum Frosch abgeschlossen. Die Mehrzahl der Jungtiere verlässt Ende Juni bis Mitte Juli das Laichgewässer. Passieren sie bei ihrer Wanderung zum Landlebensraum landwirtschaftliche Nutzflächen, z.B. waldnahe Wiesen, besteht die Gefahr, dass die Tiere im Rahmen der Mahd Schaden nehmen. Dies gilt auch für die Sommerlebensräume, soweit sie als Mähwiesen genutzt werden. Im Oktober/November suchen die Springfrösche ihre Winterverstecke auf. Die Phase der Winterruhe fällt in den Zeitraum, in dem die Forstbetriebe den Haupteinschlag im Wald vornehmen.