Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Das Schwimmende Froschkraut besiedelt stehende oder langsam fließende Gewässer in Wassertiefen von 20-60 cm (maximal bis ca. 300 cm). Es ist äußerst konkurrenzschwach und benötigt daher nährstoffarme Rohböden, auf denen konkurrenzkräftigere Arten aufgrund von Nährstoffmangel nicht vorkommen. Als besonders günstig haben sich relativ nährstoffarme, kalkarme und schwach saure Bodenbedingungen und elektrolytreiche, schwach saure bis neutrale, jedoch karbonatarme Gewässer mit hoher Sichttiefe für das Froschlöffelgewächs herausgestellt. Als Pionierart tritt das Schwimmende Froschkraut mitunter nur kurzzeitig in Erscheinung und ist teilweise in den Folgejahren nicht mehr am früheren Wuchsort anzutreffen (Casper & Krausch 1980, Lansdown & Wade 2002, Markgraf & Zoller 1981). Bei geeigneten Wuchsbedingungen können sich allerdings größere Bestände der Art ansiedeln. Da sie sowohl Unterwasser-, Schwimm- als auch Landformen bilden kann, ist die Art bestens an wechselnde Wasserstände angepasst (Hauke 2003). Einmal angesiedelt kann der Uferbereich durch kriechende Ausläufer oder abgerissene bewurzelungsfähige Pflanzenteile erschlossen werden. Die Samen des Schwimmenden Froschkrauts können längere Zeit im Boden überdauern bis günstige Keimungs- und Ansiedlungsbedingungen vorliegen und auch nach Jahren noch zu Jungpflanzen auskeimen. Ein Durchfrieren des Wasserkörpers wird von den Grundblattrosetten nicht ertragen (Hauke 2003).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Das Schwimmende Froschkraut ist eine mehrjährige Wasserpflanze, die im Frühjahr aus einer untergetauchten Blattrosette austreibt. Der dünne, beblätterte Spross kriecht auf dem Gewässerboden oder steigt zur Wasseroberfläche hoch. Bei Erreichen der Wasseroberfläche werden Schwimmblätter und Blüten gebildet. Der flutende Blütenstand kann bis zu 40 cm lang werden. In Abhängigkeit von der Witterung und dem Wasserstand liegt die Blütezeit zwischen Mai und September (bzw. Oktober). Die Art blüht außerhalb des Wassers, die Früchte reifen jedoch während des Sommers und Herbsts im Wasser. In größeren Wassertiefen entwickelt die Pflanze auch Unterwasserblüten (Lansdown & Wade 2002). Ein Teil der Samen keimt vermutlich schon im Herbst. Die Samenfernausbreitung erfolgt durch Vögel. Bei ausreichend feuchtem Boden können sich auch Landformen bilden, die jedoch meist im Winterhalbjahr absterben (Casper & Krausch 1980, Beutler & Beutler 2002). Zu starke Entwässerung und intensive landwirtschaftliche Nutzung angrenzender Flächen können durch Nähr- und Schadstoffeinträge zum Verschwinden der Art führen. So sind im westlichen Niedersachsen, aber auch in Brandenburg mehrfach Vorkommen in Gräben erloschen, nachdem die direkt angrenzenden Grünlandflächen in Intensiväcker (meist Mais) umgewandelt wurden.