Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Geeignete Lebensräume für die Art sind sonnige und warme Stellen auf Kalkmagerrasen, in lichten Wäldern, Lichtungen, Weide- und Buschlandschaften mit vielfältiger Nutzung mit Vorkommen der Nahrungspflanze Regensburger Geißklee (Dolek et al. 2005, Freese et al. 2005). Wichtig ist die starke Gliederung der Landschaft durch zeitlich-räumlich differenzierte Nutzung. Die Lebensräume in der EU sind immer stark unterteilte, traditionelle Kulturlandschaften.

Die Weibchen legen ihre Eier einzeln auf die Blätter der Nahrungspflanzen ab. Zwar können verschiedene Geißklee-Arten genutzt werden (Marhoul & Dolek 2010), in Deutschland hatte der Regensburger Geißklee aber die größte Bedeutung. Die Eier haben die für die Gelblinge (und weitere Arten der Familie Pieridae) typische schlanke Form und werden mit einer spitzen Seite angeheftet.

Die Eiablage erfolgt bevorzugt auf Blättern an jungen Trieben nahe der Triebspitze (Dolek et al. 2005, Marhoul & Dolek 2010). Romstöck-Völkl et al. (1999) stellten im Raum Regensburg fest, dass vor allem große Polster der Nahrungspflanze in der Nähe von Felsen genutzt wurden. Letzteres deutet auf das hohe Wärmebedürfnis der Raupen hin.

Die Überwinterung erfolgt als junge Raupe. Über die genaueren Ansprüche der Raupen ist jedoch kaum etwas bekannt. Die Beobachtung, dass die Eiablage nur an Pflanzen mit jungen, nicht jedoch an blühenden oder fruchtenden Trieben erfolgt, deutet auf eine entsprechende Auswahl der Nahrung hin. Auch die Tauglichkeit der verschiedenen Geißklee-Arten als Nahrung ist nicht abschließend geklärt. Alle Beobachtungen von Raupen deuten jedoch darauf hin, dass sie sich in allen Altersstufen hauptsächlich in den oberen Teilen der Pflanzen aufhalten.

Der Regensburger Geißklee ist eine wärmeliebende Pflanze magerer Standorte, die von Weidetieren meist gerne befressen wird.

Die Puppe wird entweder an der Futterpflanze direkt oder an anderen Pflanzen angelegt (vgl. Marhoul & Dolek 2010).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Der Regensburger Gelbling bildet zwei Generationen pro Jahr aus, in manchen Jahren kommt es zu einer partiellen dritten Generation (Mayer 1916). Die Flugzeiten waren in Deutschland vor allem im Mai und Juni sowie August. Aus Rumänien wird jedoch berichtet, dass im Sommerhalbjahr immer alle Stadien gleichzeitig gefunden werden können, die Generationen also stark überlappen (Marhoul & Dolek 2010). Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die Nahrungspflanze ab, insgesamt sollen es etwa 150 Eier sein. Es besteht der Verdacht, dass zu allen Raupenphasen, also auch im Spätsommer/Herbst, junge Triebe mit Blättern als Nahrung benötigt werden. Da die Pflanzen zu dieser Jahreszeit normalerweise fruchten, sind sie zumeist nicht für die Eiablage geeignet. Ein zwischenzeitlich erfolgter Schnitt der Pflanzen durch Mahd oder Beweidung bringt sie jedoch zum Neuaustrieb. Diese Problematik zwischen notwendiger Nutzung um die richtige Nahrungsqualität herzustellen, und der Gefahr, dass die Eier, Raupen und Puppen durch die Nutzung zerstört werden, könnte eine Schlüsselposition für den Erhalt der Art einnehmen. Sowohl Eier und Raupen als auch Puppen finden sich an den oberen Teilen der Pflanzen und sind damit gegenüber einer Nutzung exponiert. Das Dilemma lässt sich nur durch eine mosaikartige Nutzung in ausreichend großer Landschaft lösen. Diese Aussagen beruhen bisher jedoch nur auf wenigen Beobachtungen, die noch bestätigt werden müssen (Marhoul & Dolek 2010).

Verbreitung

Literatur

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