Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Wie der Name andeutet, kommt der Moorforsch in Lebensräumen mit einem hohen Grundwasserstand und in vielen Fällen periodischen Überschwemmungen vor. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um sumpfige Feucht- und Nasswiesen, Erlen- und Birkenbrüche, Flussauen, Auwälder oder Zwischen- und Niedermoore. In Hochmooren werden nur die Randbereiche und insbesondere Torfstiche besiedelt (zentrale Moorgewässer sind meist zu sauer). Es bestehen große regionale Unterschiede in Deutschland hinsichtlich der Lebensraumansprüche des Moorfrosches. So findet er sich in Nordost-Deutschland auch in grundwasserfernen Lebensräumen (Günther & Nabrowsky 1996, Glandt 2008).

Als Laichgewässer werden fischfreie, meist üppig bewachsene Gewässer unterschiedlichster Größe genutzt. Dies sind z.B. Tümpel, Teiche, Weiher, Altwässer, Sölle, Gräben oder flache Seeufer. Saure (Moor-) Gewässer werden bis zu einem pH-Wert von 4,5 toleriert. Sinkt der pH-Wert darunter, verpilzen die Laichballen und die Eier sterben ab (Günther & Nabrowsky 1996).

Die Überwinterungsquartiere liegen in Mitteleuropa zum größten Teil an Land. Es ist möglich, dass sich die Tiere im lockeren Boden mithilfe ihrer harten Fersenhöcker eingraben können. Wahrscheinlicher ist, dass sie vorhandene Lücken- und Hohlraumsysteme nutzen. Lutz (1992, zitiert in Glandt & Jehle 2008) fand besenderte Moorfrösche in Kleinsäugergängen wieder. Seltener überwintern einzelne Tiere auch am Gewässergrund (Günther & Nabrowsky 1996).

Moorfrösche sind nacht- und während Regenperioden auch tagaktiv. Vor allem nachts gehen sie aktiv auf die Jagd, während sie am Tag bei trockener Witterung in ihrem Versteck auf Beute (überwiegend Glieder- und Weichtiere) lauern.

Natürliche Feinde sind Molche (v.a. Teichmolch), Schwimmkäfer, Libellenlarven, Fische und andere Froscharten, welche Laich, Larven oder Jungfrösche fressen, während ausgewachsene Moorfrösche Ringelnattern und verschiedenen Vogel- und Säugetierarten zum Opfer fallen. Moorfrösche werden im Schnitt im 3. Lebensjahr geschlechtsreif und können in der Natur ein Alter von 12 Jahren erreichen.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Liegt die Lufttemperatur einige Tage über 10°C, beginnen die Moorfrösche die Anwanderung zu den Laichgewässern (Schulze & Meyer 2004). Dies ist meist Anfang bis Mitte März der Fall. Der Moorfrosch gehört somit zu den früh laichenden Arten. Wandern die Tiere über landwirtschaftliche Flächen an, kann dies zu Beeinträchtigungen im Rahmen der Frühjahrsbestellung und der Grünlandpflege (v.a. Abschleppen der Wiesen) führen, da die Tiere auch tagsüber wandern können.

Der Laich wird ab Ende Februar/Anfang März, überwiegend aber im April, in ein bis zwei Ballen pro Weibchen an der Wasseroberfläche in Bereichen mit Pflanzenwuchs abgelegt. Sonnenexponierte Bereiche werden dabei bevorzugt (Günther & Nabrowsky 1996). Die Wassertiefe am Laichplatz liegt selten über 50 cm. Nach der Laichperiode (i.d.R. Ende April) kann ein Teil der Tiere noch für mehrere Wochen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Gewässer verweilen, bevor sie ihre Sommerlebensräume aufsuchen. Diese können mehr als einen Kilometer vom Larvalgewässer entfernt liegen. Befinden sie sich in der Nähe, suchen die Tiere die Gewässer von Zeit zu Zeit auf.

Der Aufenthalt im Sommerlebensraum fällt in den Zeitraum, in dem das Grünland gemäht und gedüngt wird. Da Feucht- und Nassgrünland gern als Sommerlebensraum genutzt wird, besteht die Gefahr, dass die Tiere bei der Mahd zu Schaden kommen.

Im Herbst (Oktober/November) werden schließlich die Winterquartiere aufgesucht. Überqueren die Moorfrösche dabei Ackerflächen, können sie unter Umständen durch die Herbstbestellung der Felder beeinträchtigt werden.

Je nach Witterung schlüpfen 5 Tage bis 3 Wochen nach der Eiablage die Larven und entwickeln sich innerhalb von ca. 6 bis 16 Wochen zum landlebenden Jungtier. Auch sie können noch mehrere Wochen am Laichgewässer verweilen, ehe sie abwandern. Insges