Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Die Mauereidechse besiedelt offene, wärmebegünstigte Lebensräume wie Stein- und Felshänge aber auch insbesondere durch den Menschen geprägte Lebensräume wie Weinberge, Bahndämme, alte Gemäuer, Steinbrüche und Kiesgruben. Allen ist ein kleinräumiges Mosaik an Sonnen-, Versteck- und Eiablageplätzen, Nahrungsgründen und Winterquartieren gemeinsam. Die Nahrung der Mauereidechse setzt sich insbesondere aus Spinnen, verschiedenen Insekten und deren Larven sowie Asseln zusammen (Günther et al. 1996, Laufer et al. 2007, Schulte 2008).

Die Überwinterung erfolgt in bis zu 2 m tiefen, frostfreien Fels- oder Boden- bzw. Mauerspalten in denen die Temperatur während der Überwinterung nicht unter 5°C fällt (Schulte 2008).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die jährliche Hauptaktivitätszeit beginnt meist Anfang März, wobei zunächst die Männchen die Winterquartiere verlassen und nach der ersten Häutung mit Revierkämpfen beginnen. Die Weibchen folgen drei bis vier Wochen später. Auch halbwüchsige Tiere erscheinen tendenziell später (April/Mai). Die Paarungszeit beginnt mit dem Erscheinen der Weibchen und reicht bis in den Juni hinein. Die Eiablage erfolgt etwa vier Wochen nach der Paarung. Je nach Alter des Weibchens werden 2-10 Eier abgelegt. Hierfür werden i.d.R. bewuchsarme bis -freie Flächen mit grabfähigem Bodengrund, meist unterhalb von Felsen bzw. Weinbergsmauern aufgesucht und die Eier 10-20 cm tief vergraben. Vereinzelt werden auch klimatisch günstig gelegene Mauerfugen oder Hohlräume unter Steinen genutzt. Der Schlupf der Jungtiere erfolgt je nach Wetterverlauf nach 6-11 Wochen Anfang Juli bis Mitte August/Anfang September. In Deutschland legen die Weibchen, ebenfalls abhängig vom vorherrschenden Wetter, i.d.R. bis zu zwei Gelege pro Jahr (Günther et al. 1996). Das Aufsuchen der Winterquartiere erfolgt zwischen Ende September und Anfang November (Günther et al. 1996, Laufer et al. 2007, Schulte 2008). Neben den Außentemperaturen ist hier insbesondere auch das Vorhandensein ausreichender Energiereserven entscheidend. In milden Wintern kann es durchaus vorkommen, dass Mauereidechsen auch in den Wintermonaten aktiv werden. Entscheidend hierfür ist offenbar das Erwärmen der Versteck- und Sonnenplätze auf über 10°C (Günther et al. 1996).

Die Mauereidechse ist besonders durch eine verstärkte Nutzung im Weinanbau und der damit verbundenen Rebflurbereinigung gefährdet. Gerade der Verlust von Trockenmauern mit geeignetem Lückensystem als Versteck- und Überwinterungsplätze sowie die Zerstörung geeigneter Eiablageplätze spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Aber auch der vermehrte Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und der hieraus resultierende Verlust an Nahrungsgrundlagen hat negativen Einfluss auf die Art.