Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Das Liegende Büchsenkraut gilt als Pionierart auf wechselnassen, im Hochsommer trockenfallenden Böden von Teichen, Altwässern, Flüssen, Gräben und Stauseen. Es bevorzugt schlammige Sand- und Lehmböden, die nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich und kalkarm bis mäßig kalkreich sind (Käsermann 1999). Die Art ist zudem wärmeliebend und sensibel gegenüber Austrocknung. Flache Überflutungen während der Wachstumsperiode kann das Liegende Büchsenkraut gut ertragen (Casper & Krausch 1981). Zusammen mit der Eiförmigen Sumpfbinse (Eleocharis ovata) ist es Teil der lückigen Zwergbinsengesellschaft. Als einjährige Art und durch die Bindung an sehr spezielle und oft stark schwankende Lebensbedingungen tritt die Pflanze nur sehr unbeständig auf. So kann sie über Jahre ausbleiben oder in einzelnen Jahren Massenbestände bilden. Dieses Verhalten ist durch sehr langlebige Samen möglich, die sich in einer unterirdischen Samenbank anreichern.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Unter günstigen Bedingungen, wie etwa in wechselnassen, regelmäßig überfluteten Bereichen mit vielen offenen Bodenstellen, erscheint das Liegende Büchsenkraut aus einer langlebigen Samenbank und keimt nach Trockenfallen der Nassböden zur Pflanze aus. Die Art blüht in Mitteleuropa meist von Juli bis Oktober (Hauke 2003). Blühbeginn und -dauer hängen aber stark von den Bedingungen am Standort ab. Da die Blüten meist geschlossen bleiben, erfolgt eine Befruchtung vor allem durch eigenen Pollen (Selbstbefruchtung). Das Liegende Büchsenkraut vermehrt sich ausschließlich über Samen und nicht durch (klonales) Wachstum in Form von Ausläufern. Nach der Fruchtreife im Herbst sterben die Pflanzen ab (Sebald et al. 1996). Die Samen werden durch das Wasser und durch Wasservögel ausgebreitet. Da das Liegende Büchsenkraut stark von den oben erwähnten Keimungsbedingungen abhängig ist, verringert die Aufgabe von alten Landnutzungsformen (z.B. traditionelle Weiherwirtschaft mit Sömmerung, Ackerbau in staunassen Gebieten, Beweidung von Ufern und Röhrichten, Flachsröstgruben, Schweineweiden) sowie fehlende und lang anhaltende Niedrigwassersituationen durch Flussregulierung und -aufstau die Entwicklung der Art an diesen Standorten.