Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Laubfrosch besiedelt bevorzugt wärmebegünstigte, reich gegliederte Landschaften mit hohem Grundwasserspiegel und einem guten Angebot geeigneter Larvalgewässer. Als Larvalgewässer dienen dem Laubfrosch fischfreie, flache, pflanzenreiche und voll besonnte Stillgewässer mit offenen Wasserflächen, die sich dadurch schnell erwärmen. Nur dann werden die für eine optimale Larvenentwicklung erforderlichen hohen Wassertemperaturen erreicht. Zu den am häufigsten genutzten Gewässern zählen Viehtränken, Tümpel, Weiher, Teiche und Altwässer. Aber auch nur zeitweilig wasserführende Kleingewässer in Abbaugebieten werden gerne angenommen (Grosse & Günther 1996, Sy 2004).

Als Sommerlebensraum bevorzugt der Laubfrosch windgeschützte Flächen mit hoher Luftfeuchtigkeit, breitblättrigen und besonnten Sitzwarten sowie einem guten Nahrungsangebot (Insekten und andere Gliedertiere): Beispiele sind Hecken, Brombeergebüsche, Waldränder oder Feuchtbrachen. Die Winterquartiere liegen mehrheitlich in Laubmischwäldern oder Feldgehölzen, wo die Laubfrösche frostfreie Hohlräume unter Wurzeln, Holz oder Steinen o.ä. aufsuchen (Grosse & Günther 1996). Für die Nutzung des Winterquartiers sind Erreichbarkeit und räumliche Nähe zu Laichgewässer und Sommerlebensraum entscheidend.

Der Laubfrosch besitzt eine geringe Lebenserwartung (ca. 3 bis 6 Jahre) – eine jährlich erfolgreiche Fortpflanzung ist deshalb für den Erhalt der Vorkommen entscheidend. Während Weibchen die Geschlechtsreife zumeist nach der zweiten Überwinterung erreichen, können die Männchen bei günstigen Bedingungen schon ein Jahr früher geschlechtsreif werden.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Abhängig von den klimatischen Bedingungen erstreckt sich die Fortpflanzungszeit des Laubfrosches von April bis Juni (ggf. Juli). Unter günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Temperaturen um 10°C) wandern Laubfrösche auch schon ab Ende Februar vom Winterquartier zu den Laichgewässern. Diese Wanderung fällt in den Zeitraum der Frühjahrsbestellung der Äcker und der Pflegearbeiten im Grünland (Schleppen, Düngen).

Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen 2-10 Laichballen mit durchschnittlich 25 Eiern meist an Pflanzenteile ab. Die Entwicklungsdauer der Larven ist abhängig von der Wassertemperatur, dem Nahrungsangebot und der Kaulquappendichte. Sie schwankt dementsprechend zwischen 50 und 70 Tagen, so dass die ersten Jungfrösche ab Mitte/Ende Juni an Land gehen können. Die Mehrzahl der Jungfrösche geht im Juli/August zum Landleben über (Nöllert & Nöllert 1992, Grosse & Günther 1996).

Nach der Fortpflanzungsperiode suchen die ausgewachsenen Frösche die Sommerlebensräume auf, die erst Ende Oktober/Anfang November in Richtung der Winterquartiere verlassen werden. Da sowohl Jungtiere als auch Erwachsene gerne blütenreiche Pflanzenbestände, Säume und Raine als Sonnplatz und zur Nahrungsaufnahme nutzen, kann es im Rahmen der landwirtschaftlichen Tätigkeiten (zweite oder dritte Mahd, Mulchen von Brachen, Säumen und Rainen) zu Beeinträchtigungen der Tiere kommen. Die winterliche Ruhephase fällt in den Zeitraum, in dem Forst- und Landschaftspflegebetriebe die Holzernte bzw. Gehölzpflege durchführen.