Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Die Knoblauchkröte besiedelt als ursprünglicher Steppen-Bewohner bevorzugt offene Lebensräume mit lockeren, grabfähigen Böden. Diese findet sie als typischer Kulturfolger vorwiegend in landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Gebieten, Heidegebieten und Sandgruben. Aber auch auf schweren Lehmböden sowie in lichten Kiefern-Wäldern ist sie anzutreffen (Nöllert 1990, Nöllert & Günther 1996).

Zur Fortpflanzung wird ein breites Spektrum an Gewässern aufgesucht – vorausgesetzt, sie sind ausreichend besonnt. Wichtig ist auch ein ausgeprägter Sumpf- und Wasserpflanzenbewuchs zur Befestigung der Laichschnüre. Weiterhin werden, wenn vorhanden, nährstoffreiche Gewässer bevorzugt. Als Larvalgewässer dienen beispielsweise Weiher, Teiche, Sölle, Altarme, Druckwassertümpel oder Überschwemmungsflächen. Da die Larven in großer Dichte auftreten und aufgrund ihres enormen Wachstums einen hohen Nahrungsbedarf aufweisen (sie erreichen Körpergrößen von 8-10 cm, im Extremfall bis 18 cm !), wird die Bevorzugung nährstoffreicher, biologisch produktiver Larvalgewässer verständlich.

Am Tage gräbt sich die Knoblauchkröte im Boden in einer Tiefe von 10 bis 20 cm ein oder nutzt Spaltenverstecke. Den Winter verbringen die Tiere tief eingegraben im Boden. Eingrabtiefen von bis zu 60 cm wurden nachgewiesen.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Je nach Witterung verlassen die Knoblauchkröten bereits Anfang, meist aber Ende März bis Anfang April ihre Winterquartiere, also in einem Zeitraum, in dem die Frühjahrsbestellung auf den Äckern und die Pflege des Grünlands durchgeführt werden. Etwa ab Mitte April beginnen die Männchen am Laichgewässer mit dem Paarungsverhalten. Insgesamt erstreckt sich die Laichperiode bis Ende Mai. Aus einigen Gebieten ist bekannt, dass Knoblauchkröten eine zweite Laichperiode (Nebenlaichphase) zwischen Juni und August aufweisen (Nöllert 1990).

Im Unterschied zu anderen heimischen Amphibien rufen die Tiere meist unter Wasser. Außerdem sind sie hierbei nicht an die Abendstunden gebunden – die überaus leisen Paarungsrufe sind den ganzen Tag über zu hören. Die Abgabe und Befruchtung der Laichschnüre geschieht nachts. Diese werden um senkrecht im Wasser stehende Pflanzenstängel gewickelt. Die Anzahl abgegebener Eier schwankt zwischen 1.200 und 3.400 (Nöllert & Günther 1996). In der Regel bleiben die Weibchen nur 14 Tage am Gewässer. Danach suchen sie die Landlebensräume auf.

Die Larven schlüpfen nach 4-14 Tagen. Je nach Wassertemperatur erfolgt die Umwandlung zur lungenatmenden Kröte innerhalb von 70-150 Tagen – die Unterschiede innerhalb eines Gewässers können aber sehr groß sein. So kommt es vor, dass Kaulquappen der Knoblauchkröte gelegentlich überwintern (Nöllert 1990). Zwischen Juli und August verlassen die Jungtiere die Laichgewässer. Die Winterruhe beginnt bei den Kröten bereits im Zeitraum Ende September bis Mitte Oktober und somit vergleichsweise früh (Laufer & Wolsbeck 2007).

Da sich sowohl die Larvalgewässer als auch die Sommerlebensstätten und Winterquartiere zum großen Teil in ackerbaulich genutzten Flächen befinden, sind Knoblauchkröten das ganze Jahr über von den Arbeiten auf den Feldern (Feldbestellung, Düngung, Spritzmitteleinsatz, Ernte etc.) betroffen.