Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Große Feuerfalter wird auch als ein „Verschieden-Biotop-Bewohner“ beschrieben (Loritz 2007), das bedeutet, dass er in verschiedenen Lebensstadien auch verschiedene Lebensräume nutzt. Beim Großen Feuerfalter sind dies ampferreiche Nass- und Feuchtwiesen, Röhrichte und Hochstaudensäume, wo die Eier abgelegt werden und die Raupen leben, blütenreiche Wiesen und Brachen, wo die Falter Nektar saugen, und Rendezvousplätze, wo die Männchen Reviere zur Partnerfindung besetzen. Diese Teil-Lebensräume können auch eng verwoben sein, dann wird der Große Feuerfalter als Mono-Biotop-Bewohner angesehen (vgl. Trampenau & Krahl 2007).

Die Lebensräume der Raupen sind allgemein Nass- und Feuchtwiesen der wärmebegünstigten Niederungen, auf denen nicht-saure Ampfer-Arten wachsen. Im Südwesten Deutschlands handelt es sich meist um frische bis feuchte Wirtschaftswiesen und deren Brachen, frische bis feuchte, nicht zu stark genutzte (Mäh-)Weiden und deren Brachen, frische, ausdauernde Ruderalfluren, Weg- und Ackerränder, Ackerbrachen sowie untergeordnet Seggenbestände und Röhrichte. Diese sind oft, aber nicht nur in Auensystemen von Bächen und Flüssen. Im Nordosten Deutschlands sind es dagegen nahezu stets unbewirtschaftete Niederungsmoore, Seggenbestände, Röhrichte und Gewässerufer. Die Raupen fressen ausschließlich nicht-saure Ampfer-Arten. In Südwest-Deutschland weit überwiegend den Krausen Ampfer (Rumex crispus) und den Stumpfblättrigen Ampfer (R. obtusifolius) (Loritz & Settele 2006), es gibt jedoch auch Nachweise von einigen anderen Ampfer-Arten (R. aquaticus, R. hydrolapathum, R. conglomeratus). Im Osten Deutschlands ist dies völlig anders: Hier wird nahezu ausschließlich (Mecklenburg-Vorpommern) oder stark bevorzugt (Sachsen) der Fluss-Ampfer (R. hydrolapathum) genutzt (Trampenau & Krahl 2007). In jüngster Zeit gibt es Hinweise, dass aber auch im Osten Deutschlands Lebensräume und Ampferarten wie im Südwesten (mit)-genutzt werden.

Die Falter sind eifrige Blütenbesucher, die ein reiches Nektarpflanzenangebot in der Nähe der Raupenlebensräume benötigen. Die Nektarlebensräume können Dämme, Böschungen, Ackerränder oder ungemähte Wiesenteile sein. Die dort zur Nektaraufnahme genutzten Pflanzen sind sehr vielfältig, es werden Trichter- und Köpfchenblumen von violetter oder gelber, seltener weißer Farbe bevorzugt (Drews 2003).

Schließlich werden noch Rendezvousplätze benötigt. Dies sind beim Großen Feuerfalter kleine Unregelmäßigkeiten in der Landschaft, an denen die Männchen Reviere besetzen, um dort Weibchen zur Paarung zu erwarten. Es reichen dazu Gruppen von höherwüchsigen Pflanzen (z.B. Herden der Schlank-Segge, Carex gracilis, des Rohrglanz-Grases, Phalaris arundinacea, des Schilfs, Phragmites australis, oder auch von krautigen Pflanzen wie Mädesüß und Brennnessel) in den Wiesen oder sogar auch Mähkanten oder stehen gelassene Wiesenstreifen (Loritz 2007).

Die Falter kommen bevorzugt im Flachland, gerne in wärmebegünstigten Flussauen-Landschaften vor. Nur selten werden die Tiere auch im höheren Hügelland nachgewiesen, gerade mit der Ausbreitung der letzten Jahre treten entsprechende Beobachtungen auf (z.B. im Saarland bis 500 m sowie in der bayerischen Rhön).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Es gibt zwei verschiedene Varianten des Lebenszyklus in Deutschland: In Mecklenburg-Vorpommern und dem Norden Brandenburgs gibt es nur eine Generation pro Jahr, in Sachsen und dem Südwesten Deutschlands gibt es zwei Generationen pro Jahr. Unter günstigen Bedingungen kann es teilweise zu einer zweiten bzw. dritten Generation kommen. Im Saarland gab es in den letzten Jahren nahezu immer eine partielle dritte Generation.

Die Flugzeit der ersten Generation der Falter beginnt ab etwa Ende Mai (erste Beobachtungen in der Pfalz z.B. 19. und 20. Mai; Loritz 2007), und reicht meist bis Ende Juni/Anfang Juli. Die zweite Generation hat ihren Schwerpunkt im August, reicht aber weit in den Juli und September. Für Mecklenburg-Vorpommern wird eine Flugzeit der einzigen Generation von Mitte Juni bis Mitte Juli angegeben. Brandenburg liegt in einer Übergangszone von ein zu zwei Generationen pro Jahr (vgl. Drews 2003).

Die Weibchen legen die weißlichen Eier meist auf der Blattoberseite, an der Blattmittelrippe entlang, an gut zugänglichen, sonnenexponierten, aber windgeschützten Pflanzen ab. Normalerweise werden ein oder zwei Eier auf einmal abgelegt, Funde von vielen Eiern auf einer einzelnen Pflanze weisen oft auf einen Mangel an geeigneten Eiablagepflanzen oder eine besondere strukturelle Eignung hin. Für die Eiablage werden Pflanzen bevorzugt, die höher wachsen und von einer niedrigeren Pflanzendecke umgeben sind als unbelegte Pflanzen (Loritz & Settele 2006). Das sind entweder Blattrosetten im gemähten Grünland, die deutlich kräftiger gewachsen sind als der umgebende Pflanzenbewuchs, oder Blüten- bzw. Fruchtstände in überständigen Wiesen oder in Brachen. Solche Bedin