Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Feldhamster tritt in Deutschland hauptsächlich im Tiefland in Bereichen tiefer fruchtbarer Böden auf (Bördelandschaften). Auch bevor die Bestände der Art stark zurückgingen besiedelten Hamster kein geschlossenes Verbreitungsgebiet, sondern waren in ihrem Vorkommen auf offene, überwiegend zum Getreideanbau genutzte Landschaften beschränkt. Feldhamster bevorzugen als Nahrung grüne Pflanzenteile. Die Tiere ernähren sich von Kulturpflanzen, wie Getreide, Mais, Zuckerrüben und Erbsen, auch Ackerwildkräuter liefern einen wichtigen Beitrag (Petzsch 1949). Daneben werden auch kleinere Tiere gefressen. Auf der Speisekarte des Hamsters stehen Schnecken, verschiedene Insektenarten, aber auch Frösche, Eidechsen, Nestlinge von Bodenbrütern und Jungtiere kleiner Nagetierarten (Niethammer 1982). Ein abwechslungsreiches Angebot an tierischer Nahrung und verschiedenen Kräutern ist wichtig für eine erfolgreiche Fortpflanzung.

Feldhamster graben sich ihre Baue selbst. Die dabei bewegten Erdmassen können beträchtlich sein, bis 300 kg wurden an einem einzelnen Bau festgestellt (Grulich 1981). Während die Sommerbauten meist weniger als 1 Meter tief angelegt werden und häufig mehrere Ein- und Ausgänge aufweisen, sind die Winterbauten tiefer als 1 Meter und meist weniger verzweigt. Neben einer Schlafkammer sind die Bauten mit Vorrats- und Kotkammern ausgestattet (Grulich 1981). Feldhamster wechseln ihren Bau während des Jahres häufig. Die Weibchen beziehen durchschnittlich nach 27 Tagen einen neuen Bau, die Männchen nach 8 Tagen (Weinhold & Kayser 2006). Zwischen nacheinander genutzten Bauten liegen bei den Männchen durchschnittlich 100 m, bei den Weibchen nur 35 m.

Die maximale Lebenserwartung des Feldhamsters liegt bei ca. 4 Jahren, sowohl im Freiland als auch in Gefangenschaft (Niethammer 1982). Ein solches Alter wird aber unter Freilandbedingungen nur selten erreicht, meist werden die Tiere nur ein Jahr alt, nach spätestens 2 Jahren ist die Hamsterpopulation eines Gebietes vollständig ausgewechselt (Weinhold & Kayser 2006).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Feldhamster sind Einzelgänger. Jedes erwachsene Tier hat einen eigenen Bau. Die Männchen markieren die Umgebung ihres Baus sowie auch die Umgebung der Bauten von in der näheren Umgebung lebenden Weibchen. Männchenreviere überlappen sich nicht, Überlappungen treten aber mit Weibchenrevieren mit bis zu über 50% auf. Feldhamster sind Winterschläfer. Die Dauer des Winterschlafs hängt vom Klima des jeweiligen Landschaftsraumes und dem aktuellen Witterungsverlauf ab. Die ersten Tiere (meist Männchen) können bereits Mitte August mit der Überwinterung beginnen, die letzten Tiere (meist Jungtiere des Jahres) ziehen sich erst im November zurück. Im Frühjahr werden die ersten Feldhamster im März beobachtet, die letzten Tiere erscheinen erst Ende Mai (Weinhold & Kayser 2006). Nach dem Aufwachen beginnt bei den Feldhamstern die Fortpflanzungszeit. Nach durchschnittlich 20 Tagen Tragzeit werden die Jungen geboren. In Mitteleuropa ziehen Hamsterweibchen i.d.R zwei Würfe mit durchschnittlich 6-10 Jungen zwischen April und August auf. Die Anzahl der durchschnittlich je Wurf geborenen Jungtiere ist während der letzten Jahrzehnte zurück gegangen (z.B. Kayser & Stubbe 2003), ohne dass hierfür Gründe bekannt wären. Die Jungen werden drei Wochen lang gesäugt und sind dann selbständig. Meist verlässt das Muttertier dann die Jungen in ihrem Wurfbau und sucht sich einen leeren Bau oder legt einen neuen an (Weinhold & Kayser 2006). Die Jungtiere nehmen i.d.R. erst im Folgejahr selbst an der Fortpflanzung teil.

Mit dem sprichwörtlichen „Hamstern“, d.h. der Anlage von Nahrungsvorräten für den Winter beginnt der Hamster erst nach dem Ende der Fortpflanzungsperiode. Für Männchen beginnt die Zeit des Sammelns ab Juli, für die We