Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Europäische Stör ist ein Wanderfisch, der einen Teil seines Lebens im Meer verbringt und zum Ablaichen in die Flüsse aufsteigt. Seine Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen, wie z.B. Würmern, Krebsen, Schnecken und Muscheln, aber auch kleinen Fischen (Kottelat & Freyhof 2007).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die Männchen werden in einem Alter von 9-13 Jahren, die Weibchen mit 11-18 Jahren geschlechtsreif, wobei die Männchen sich jedes Jahr fortpflanzen können, die Weibchen dagegen einjährige Pausen einlegen (Kottelat & Freyhof 2007). Die Wanderung zu den Laichplätzen beginnt ab April, das Laichgeschäft findet von Mai bis Juli (Mohr 1952, Kinzelbach 1987) in großen und tiefen Flüssen mit starker Strömung über steinigem bis kiesigem Grund statt (Ninua 1976, zitiert in Steinmann & Bless 2004). Nach dem Ablaichen kehren die Elterntiere direkt wieder ins Meer zurück, während die meisten Jungstöre erst nach 2-4 Jahren die Flüsse verlassen und sich bis zur Geschlechtsreife im Meer aufhalten (Kottelat & Freyhof 2007).

Der starke Rückgang des Europäischen Störs in den letzten hundert Jahren ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Während des Aufenthaltes im Meer ist er durch Überfischung bedroht, indem er häufig als Beifang in die Netze gelangt, seine Laichzüge in die Flüsse sind durch die Verbauung der Gewässer und die damit einhergehende Beeinträchtigung der Durchgängigkeit beschränkt, Kiesabbau und der Eintrag von Feinsedimenten führen zum Verlust der Laichplätze in den Flüssen und auch die Begradigung der Flüsse und die Verschmutzung tragen wesentlich zum Rückgang der Art bei. Eine weitere Gefährdung geht von gebietsfremden Störarten aus. Diese Arten tragen zur Verbreitung von Krankheiten bei und erhöhen das Risiko einer zunehmenden genetischen Verarmung der Restpopulation infolge von Hybridisierung.

Verbreitung

Literatur

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