Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Europäische Nerz ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Selten werden auch Tiere während der hellen Tagesstunden beobachtet. Der Europäische Nerz besetzt Reviere, die sich teilweise überlappen können. Männchen nutzen in Nordwestspanien Uferlängen von 6-8 km, Weibchen nur von 0,6-3,6 km (Garin et al. 2002). Die Uferbereiche werden in einer Breite von 50-100 m genutzt (Stubbe 1993). Europäische Nerze bewegen sich schnell durch das Gelände und stöbern dabei ihre Beute, hauptsächlich Amphibien, auf. Außer Amphibien werden auch alle Wirbeltiere gefressen, die der Nerz überwältigen kann, sowie Krebse und größere Insekten. Bei reichhaltigem Nahrungsangebot können Europäische Nerze Nahrungsvorräte von bis zu 15 kg anlegen.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die Jungen des Europäischen Nerzes kommen Ende Mai bis Anfang Juni nach einer Tragzeit von 40-45 Tagen zur Welt. Schon im Alter von 56-70 Tagen unternehmen die Tiere erste Jagdausflüge mit der Mutter, mit der sie bis September/Oktober zusammenleben. Im Alter von 10 Monaten werden sie selbst geschlechtsreif (alle Angaben nach Stubbe 1993). Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung sollten in Vorkommensgebieten der Art erst ab Mitte August durchgeführt werden, um den Verlust noch nicht fluchtfähiger Jungtiere zu vermeiden.

Landnutzungsaktivitäten sollten im Vorkommensgebiet des Europäischen Nerzes nicht in Uferbereichen (50-100m breite Fläche um die jeweiligen Gewässer) durchgeführt werden. Aufgrund der geringeren Flexibilität in der Nahrungswahl gegenüber dem Amerikanischen Nerz (Sidorovich 2000) sollten insbesondere in den Wintermonaten Störungen vermieden werden.

Verbreitung

Literatur

 Literatur