Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Einfache Rautenfarn ist eine säure- und feuchtigkeitsliebende Farnpflanze, die in lückigen, kurzrasigen Pflanzengesellschaften zu finden ist und nährstoffarme, wechselfeuchte bis anmoorige bzw. quellige Standortverhältnisse bevorzugt (Horn & Korneck 2003). Besiedelte Lebensräume sind unter anderem beweidete Strandrasen an den Küsten Skandinaviens (Cederberg & Löfroth 2000 in Ellmauer 2005), bodensaure Magerrasen, Borstgraswiesen und Heiden mit Besenheide in Norddeutschland (Bennert 1999) und bodensaure Rasengesellschaften bis in die Höhenlagen der Zentralalpen (Melzer 1990, Horn & Korneck 2003). In Deutschland kommt er aktuell nur noch auf einem Truppenübungsplatz im östlichen Nordrhein-Westfalen vor. Dort besiedelt er einen nährstoffarmen, wechselfeuchten bis anmoorigen, mächtigen Sandboden mit geringer Humusauflage. Die Pflanzengesellschaft an diesem Standort ist ein Torfbinsen-Borstgrasrasen. Früher fand man die Art beispielsweise auch in feuchten Dünentälern, feuchten Wiesen und kurzrasigen Triften an Fluss- und Seeufern (Bennert 1999). Die Art kann unter vollsonnigen und halbschattigen Bedingungen wachsen. Sie reagiert empfindlich auf Austrocknung, aber auch auf zu hohe Feuchtigkeit während der Wachstumsperiode (Bennert 1999).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Wie bei allen Farnen, findet auch beim Einfachen Rautenfarn ein Generationswechsel statt. Das bedeutet, dass sich zwei Generationen abwechseln, die sich in ihrer Entstehung und in ihrer Gestalt unterscheiden: der Gametophyt (Vorkeim) und der Sporophyt. Während der Sporophyt die Pflanze ist, die man als typische, grüne Farnpflanze (er-)kennt, tritt der Gametophyt gar nicht oberirdisch in Erscheinung. Er lebt unter der Erde und ist bei seiner Ernährung auf das Zusammenleben mit einem Pilz angewiesen.

Der Sporophyt ist sommergrün und besitzt ein kurzes Rhizom (unterirdischer Wurzelspross), das mehrere Triebe hervorbringen kann. Sie stehen relativ dicht nebeneinander und bilden kleinere Gruppen (Bennert 2003 in Ellmauer 2005). Die Keimblätter des Sporohyten sind relativ groß und ermöglichen damit der Pflanze eine schnelle Entwicklung, um teilweise schon im ersten Jahr zu fruchten und Sporen auszubilden. Danach sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. In den Ötztaler Alpen setzt die Sporenreife beispielsweise zwischen Ende Juli und Anfang August ein, Mitte bis Ende August sind kaum mehr Pflanzen oberirdisch zu beobachten (Horn & Korneck 2003).

Die Sporen sind sehr klein und können über den Wind ausgebreitet werden. Für ihre Keimung sind sie auf Dunkelheit und die Anwesenheit eines bestimmten Pilzes angewiesen. Eine niedrige Keimungsrate ist dabei typisch. Bis zum Eintritt der Sporen in de