Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Rothalsige Düsterkäfer ist offenbar eine Art, die Wälder mit Urwaldcharakter besiedelt (Horion 1956). Es ist also von hohen Ansprüchen der Art an die Totholzqualität und/oder –quantität auszugehen. Entsprechende Baumstrukturen verschiedener Alters- und Zerfallsphasen müssen anscheinend kontinuierlich vorhanden sein. Käfer und Larven wurden in morschem, umgestürztem Eichenholz (Schweden, Banat), in alten anbrüchigen Buchen (Beskiden, Kärnten), in Birke und Fichte (im Norden Fennoskandiens) gefunden. In Finnland konnte die Art auch an stehendem Totholz von Zitterpappel (Horion 1956, Lundberg 1993, Fuchs & Bussler 2010) nachgewiesen werden. Lundberg (1993) vermutet zudem, dass oberflächlich verbranntes Holz günstig für die Art ist, da sich hier die für eine Besiedlung geeignete morsche Konsistenz besser entwickelt. Weitere Funde gelangen auch in Flugfensterfallen und zufällig auf Hauswänden, Zaunpfählen und Wanderwegen.

Über die Auswahl der Brutbäume ist bisher nur wenig bekannt. Larven und Puppen wurden von Palm (1940) in einer toten Eiche etwa 2-3 cm innerhalb der Stammoberfläche in der Grenzzone von innen festem, frischen Holz und in äußeren Teilen weichfaulem Holz entdeckt. Der Baum war offenbar über mehrere Jahre besiedelt gewesen, da sich zeitgleich verschieden große Larvenstadien und junge sowie ältere Larvengänge und Puppenwiegen fanden. Weil die Larven von morschem, mit Pilzmyzel durchsetztem Holz leben, können sie, auch wenn sie häufiger auftreten sollten, keinen negativen Einfluss auf benachbarte forstwirtschaftlich genutzte Bestände haben. An folgenden Pilzen wurde bisher Larvenfraß beobachtet: Trametes spec. und Polyporus spec. (Lundberg 1993) und Fomitopsis pinicola (Borowski & Wegrzynowicz 2001 zitiert nach Fuchs & Bussler 2010).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die vollständige Entwicklung des Rothalsigen Düsterkäfers dauert anscheinend mindestens 2-3 Jahre (Palm 1940). Die Art überwintert als Larve und Puppe, während die Käfer ab dem späten Frühjahr erscheinen und eine nur ein- bis zweiwöchige Lebensdauer haben (ebd.). In diesem Zeitraum müssen die Paarung, die Suche nach neuen Brutbäumen und die Eiablage erfolgen. Der Käfer erscheint in Südschweden zwischen Ende Mai bis Mitte Juni (ebd.), in den bayerischen Alpen wahrscheinlich von Ende Juni bis Mitte Juli (Fuchs & Bussler 2010). Für Schwarmflüge nutzt er offenbar warme Tage.

Da über die genauen Ansprüche des Rothalsigen Düsterkäfers kaum etwas bekannt ist, ist eine detaillierte Einschätzung von auftretenden Konflikten mit land-, forst- und fischereiwirtschaftlicher Bodennutzung nicht möglich. Von einem direkten Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Art ist allerdings auszugehen, da diese nur in naturnahen Wäldern mit Urwaldcharakter nachgewiesen wird.

Verbreitung

Literatur