Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Man findet die Dicke Trespe fast ausschließlich in Getreidefeldern, an Ackerrändern, benachbarten grasigen Feldwegen und Wiesen. Sie ist nicht an bestimmte Standorte, Böden oder klimatische Bedingungen gebunden (Hügin 2001). Vielmehr ist eine grundlegende Abhängigkeit vom menschlichen Getreideanbau festzustellen. Sie kann sogar hohe Düngergaben und viele Herbizide weitgehend ertragen (Hauke 2003). Positiv wirkt sich scheinbar eine bodenschonende oder pfluglose Bearbeitung der Felder aus. Die Dicke Trespe wächst nicht nur in Dinkelfeldern, man findet sie auch beim Anbau von Roggen und Wintergerste.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die Dicke Trespe ist wie fast alle Ackerwildkräuter eine einjährige Art. Die Vermehrung der Dicken Trespe erfolgt über Samen. Als Herbstkeimer ist sie vor allem in der Nähe von Winterfrüchten zu finden. Sie blüht im Sommer von Juni bis Juli. Die Samen reifen in den anschließenden Wochen, fallen zu Boden und bilden eine Samenbank oder werden mit dem Getreide abgeerntet. Die Ausbreitung der Samen erfolgte hauptsächlich mit dem Erntegut. Allerdings ist diese Ausbreitungsform durch die perfektionierte Saatgutreinigung kaum mehr gewährleistet. Allein die Eigensaatgutgewinnung mancher Landwirte stellt hier eine geeignete Möglichkeit zur Ausbreitung der Dicken Trespe dar. In geringerem Maße kann die Art auch über Dreschreste des Mähdreschers ausgebreitet werden. Häufig findet man die Art allerdings bei Ausputzdeponierungen (Druschabfälle). Als Lichtkeimer ist die Dicke Trespe darauf angewiesen, dass ihre Samen an der Bodenoberfläche bleiben, um dort erfolgreich keimen zu können. Bodenwirksame Bewirtschaftung sowie tiefes Pflügen sind daher ungünstig für die Art.