Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Gewöhnliche Delfin ist sehr sozial und lebt in mehr oder weniger großen Gruppen. Die Größe der Gruppen scheint u.a. von der zur Verfügung stehenden Nahrung abzuhängen und mit der Entfernung von der Küste zuzunehmen. So können auf hoher See teilweise Gruppen von vielen hundert oder gar mehreren tausend Gewöhnlichen Delfinen beobachtet werden. Als Hauptbeutefischarten gelten Sardine und Sardelle aber auch Sandaal, Makrele, Stöker, Wittling, Hering und Stintdorsch. In Tiefwassergebieten können auch vertikal wandernde Laternenfische (Notoscopelus kroyeri) und Cephalopoden (Tintenfischverwandte) die Hauptnahrung stellen (Silva 1999, Pusineri et al. 2007), welche nachts mit der Zooplanktonschicht in Oberflächennähe kommen. Dann müssen die Gewöhnlichen Delfine nur 30-100 m tief nach ihnen tauchen, obwohl sie auch bis zu 260 m tief tauchen können (Evans 1994, Perrin 2009). In gemäßigten Breiten legen Gewöhnliche Delfine regelmäßig saisonale Wanderungen zurück, wenn sie ihren Beutearten in wärmere Gewässer folgen (Bräger & Schneider 1998, Neumann 2001).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Durch die eingehende Untersuchung von Beifangopfer ist viel über den Lebenszyklus der im Nordost-Atlantik lebenden Gewöhnlichen Delfine bekannt (Murphy et al. 2009): Sie werden meist mit 8-9 Jahren (oder 188 cm Körperlänge) geschlechtsreif. Danach gebären die Weibchen alle 3-4 Jahre ein einzelnes Kalb meist zwischen Mai und September. Die Tragezeit beträgt genau ein Jahr; das Kalb ist bei der Geburt 93 cm lang. Das bisher nachgewiesene Höchstalter für Gewöhnliche Delfine beträgt 29 Jahre. Menschliche Nutzungsaktivitäten im Meer können den Lebenszyklus des Gewöhnlichen Delfins in vielfältiger Weise beeinflussen, wobei sie meist die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen. Insbesondere die britische und französische Wolfsbarsch-Fischerei zwischen Irland und der Biskaya führt jedes Jahr zu teilweise sehr hohen Beifängen. Darüber hinaus weisen beigefangene Tiere oft hohe Belastungen mit menschengemachten Umweltgiften auf.

Verbreitung

Literatur

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