Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Obwohl die Birkenmaus in Deutschland drei weit auseinander liegende Landschaftsräume besiedelt, ähneln sich die genutzten Lebensräume in struktureller Hinsicht sehr. Alle weisen eine relativ hohe Feuchtigkeit und eine dichte Boden- und Strauchschicht auf. Nach Telemetrie-Untersuchungen in Dänemark werden Hecken und unbeweidetes Grünland gegenüber anderen Lebensräumen bevorzugt (Møller et al., in Vorbereitung). Geschlossene Waldgebiete ohne Gras- und Krautvegetation, wie dies z.B. in Fichtenreinbeständen gegeben ist, werden gemieden (Nikiforov 1962, zit. in Møller 2007). Die Tiere klettern geschickt, unter Zuhilfenahme ihres langen Schwanzes, durch die Pflanzen, auch tagsüber. Die Birkenmaus ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Daneben wurden auch Schnecken und Grassamen als Nahrung festgestellt (Popov 1960, zit. in Pucek 1982). Gemessen an ihrer geringen Körpergröße ist die von Waldbirkenmäusen genutzte Fläche sehr groß. Aus Dänemark wurden durchschnittlich Lebensräume mit einer Größe von mehr als 6.000 m² beschrieben (Møller 2007). Waldbirkenmäuse legen Nester an, in denen sie ihre Ruhephasen verbringen. Diese werden zwischen morschem Holz, zwischen Wurzeln, in Moos oder dichten Grasbeständen angelegt. In Dänemark wurde ein Nest in 40 cm Tiefe im Boden gefunden (Møller 2007). Daneben nutzen Birkenmäuse auch die Nester anderer Kleinsäuger wie Zwergmaus (Micromys minutus) oder Feldmaus (Microtus arvalis) (Møller et al., in Vorbereitung).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die Birkenmaus hält Winterschlaf. In Mitteleuropa dauert dieser meist von Anfang Oktober bis Ende April (7 Monate), in Abhängigkeit vom jeweiligen Witterungsverlauf. Die Tiere sind ab ihrem zweiten Lebenssommer fortpflanzungsfähig. Die Weibchen bringen einmal im Jahr zwischen Mai und Mitte Juni 4-6 Junge zur Welt. Mit diesen leben sie in ihren Nestern gemeinsam, auch dann noch, wenn sich die Jungen bereits vollständig selbst versorgen können. Auch während des Sommers können Birkenmäuse bei kühler Witterung ihre Körpertemperatur und ihre Herzschlagrate herabsetzen, um Energie zu sparen. Während des Winterschlafs sind Waldbirkenmäuse besonders durch alle Aktivitäten gefährdet, bei denen ihre Neststandorte zerstört werden. In Schleswig-Holstein zählen hierzu insbesondere Gehölzrodungen. In Gewässernähe oder in Mooren können auch winterliche Überflutungen und hohe Grundwasserstände zu Verlusten führen. Während des Sommers sind hier wahrscheinlich großflächige und intensiv durchgeführte Grabenräumungen und andere Unterhaltungsmaßnahmen an Gewässerufern bedeutende Gefährdungsfaktoren. In den bayerischen Vorkommensgebieten sind es insbesondere forstliche Aktivitäten, wie Abräumen von Holzpoltern oder Räumungsarbeiten auf Windwürfen, die zu Verlusten führen können.

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