Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Ursprünglich war der Biber in Gesamtdeutschland verbreitet. Aufgrund intensiver Verfolgung war die Art in der Mitte des letzten Jahrhunderts nur noch auf einen kleinen Bereich an der Mittelelbe beschränkt. Der wichtigste Faktor für das Vorkommen des Bibers ist das Vorhandensein eines Gewässers, dessen direktes Umfeld die Tiere kaum verlassen. Bei der Wahl seines Wohngewässers ist der Biber nicht wählerisch, zumal er sich sein Umfeld nach seinen Wünschen gestalten kann. Rauschendes Wasser mögen die Tiere nicht, weshalb sie Abläufe von Gewässern oft auch unter großen Anstrengungen abzudichten versuchen. Biber sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Vegetarier, sie ernähren sich von krautigen Pflanzen, Blättern und Baumrinde.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Biber besiedeln neue Reviere meist bereits verpaart (Heidecke 1984). Hierzu wandern sie i.d.R. entlang von Gewässern, bis sie ein ihnen zusagendes freies Revier mit entsprechendem Nahrungsangebot gefunden haben. Die Tiere leben monogam. Ende Mai bis Anfang Juni kommen die Jungen zur Welt. Bereits nach drei Wochen nehmen die Jungtiere krautige Pflanzen und Blätter als Nahrung zu sich. Stärkere Äste werden aber erst im Alter von ca. 10 Monaten benagt. Die Jungtiere verbleiben bis zum Alter von zwei Jahren, bis zu ihrer eigenen Geschlechtsreife, im elterlichen Revier (Dolch & Heidecke 2004). Der Aktionsraum der Tiere beschränkt sich auf das direkte Gewässerumfeld, nur selten bewegen sich die Tiere weiter als 50 m von der Uferlinie weg. Wenn in einem Revier keine ausreichenden Nahrungsreserven für den kommenden Winter vorhanden sind, siedeln auch erwachsene Biber, meist im Spätsommer in neue Gebiete um. Biber fressen sich einen Winterspeck an, daneben werden aber auch in Baunähe für die nahrungsarme Winterzeit Vorräte in Form von Ästen unter Wasser angelegt.