Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Daten zur Ökologie des Baumschläfers in Deutschland beschränken sich auf die Kenntnis seiner Vorkommensgebiete, ihrer Höhenlage und Pflanzenartenzusammensetzung, weitere Angaben liegen nicht vor. Der Baumschläfer wurde in Bayern in Höhen zwischen 600 und 1.400 m ü. NN (Faltin 1988) in unterholzreichen Wäldern mit Eberesche, Zitterpappel, Haselnuss und Wildkirschen nachgewiesen. Trockene Kiefernwälder hingegen werden gemieden (Schedl 1968). Die nächstgelegenen Vorkommen, zu denen darüber hinaus gehende Angaben vorliegen, befinden sich in Tschechien und Österreich (Gaisler et al. 1977, Spitzenberger 2001). Dort tritt der Baumschläfer hauptsächlich in Fichten-Buchenwäldern und Fichtenhochwäldern auf. Auffällig bei der Beschreibung der mitteleuropäischen Lebensräume ist die übereinstimmende Aussage, dass eine starke Bindung an unterwuchsreiche, feuchte und kühle Lebensräume besteht (z.B. Spitzenberger 2001, Tester & Müller 2000). Tester & Müller (2000) vermuten für einige Gebiete einen Zusammenhang zwischen Maßnahmen, die zu einer Veränderung im Wasserregime durch Trockenlegung geführt haben und dem Rückgang des Baumschläfers.

Die Nahrung des Baumschläfers besteht zum überwiegenden Teil aus Insekten, daneben werden auch Samen, Knospen und Blätter gefressen, gelegentlich auch die Nestlinge von Höhlenbrütern (Storch 1978, Angermann 1963). Im Freiland wurde ein Höchstalter von mindestens vier Jahren festgestellt (Gaisler et al. 1977).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Der Baumschläfer verbringt den Winter von Oktober bis April im Winterschlaf. Hierzu graben sich die Tiere Erdhöhlen bis in 40-60 cm Tiefe (Schlott 1941). Nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit, die bis Juni andauert. Zwischen Juni und Juli werden 2-6 Junge geboren (Gaisler et al. 1977), die sich nach einem Monat selbständig ernähren können, aber häufig noch bis zum Herbst bei der Mutter verbleiben. Den Sommer verbringen Baumschläfer überwiegend in selbst gebauten, freistehenden kugelförmigen Nestern aus Blättern und Zweigen, daneben werden auch alte Vogelnester, Baumhöhlen und Nistkästen als Unterschlupf genutzt. Teilweise dringen die Tiere auch in Gebäude ein. Durchforstungsmaßnahmen während des Winters mit schwerem Gerät können den Baumschläfer in seinem Winterquartier gefährden. Das Entfernen forstwirtschaftlich wertloser Gebüsch- und Schwachholzbestände verringert die Nahrungsgrundlage und das Angebot nutzbarer Neststandorte.

Verbreitung

Verbreitungskarte