Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Die Wahl der Lebensräume ist beim Alpensalamander stark abhängig von der Meereshöhe und umfasst ein weites Spektrum, das von Laub- und Mischwäldern über nicht zu trockene Schutt- und Geröllhalden, Zwergstrauchheiden, Alpweiden bis zu Felsfluren reicht (Grossenbacher & Günther 1996). In Schluchten und Bachtälern findet er ideale Bedingungen mit kühlfeuchtem Klima und kann zum Teil bis in tiefere Lagen weit in das Alpenvorland vordringen.

Die Tagesverstecke weisen ein kühlfeuchtes Klima auf und finden sich unter Steinen und Steinplatten, in verlassenen Kleinsäugergängen und –bauten, Felsspalten, Totholz, Moos, Laub oder im Wurzelbereich von Pflanzen. In Zeiten großer Trockenheit können sich die Alpensalamander in tiefere Bodenschichten zurückziehen. Ihre Verstecke werden in der Regel bei Temperaturen zwischen 8° und 15°C sowie einer Luftfeuchte von ca. 92 % verlassen. Trifft direktes Sonnenlicht auf die Tiere, verstecken diese sich augenblicklich. Nur bei Regenfällen nach längeren Trockenperioden können die Salamander auch tagsüber und in großer Zahl beobachtet werden, ansonsten führen sie ein sehr verstecktes Leben und sind hauptsächlich nachts und am frühen Morgen aktiv.

Die Winterruhe wird vermutlich in oder in der Nähe der Sommerlebensräume verbracht. Wahrscheinlich werden im Gegensatz zum Sommer etwas tiefer im Boden liegende und frostfreie Quartiere bezogen.

Die Tiere können ein Alter von 15 Jahren und mehr erreichen (Fachbach 1988, Grossenbacher & Günther 1996).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die jährliche Aktivitätsperiode des Alpensalamanders dauert, abhängig von der Höhenlage und den klimatischen Bedingungen, von Ende April (nach der Schneeschmelze) bis September (Grossenbacher & Günther 1996). Während dieser Zeit leben die Tiere sehr zurückgezogen. Da sie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind, verlassen sie meist nur in den Nacht- oder frühen Morgenstunden ihren Unterschlupf. Den Rest des Tages verbringen die Salamander in ihren Tagesverstecken. Im Gegensatz zum Feuersalamander wechseln sie öfters ihre Tagesverstecke (Klewen 1986). Zeitlich begrenzte oder örtlich gerichtete Wanderungen sind ebenso wenig bekannt wie die Ausbildung von Fortpflanzungsversammlungen. Von September bis Ende April können die Salamander nicht an der Oberfläche beobachtet werden, da sie ihre Winterruhe halten.

Der Alpensalamander weist im Gegensatz zu allen anderen heimischen Amphibien die Besonderheit auf, dass er lebendgebärend und damit nicht zwangsläufig an Gewässer gebunden ist. Auch die Paarung vollzieht sich an Land und kann jederzeit während der aktiven Phase im Jahr – wenn auch mit Schwerpunkt im Frühjahr/Frühsommer – stattfinden. Das Weibchen kann das aufgenommene Samenpaket mindestens ein Jahr lang lagern, so dass eine Befruchtung während dieser Zeit auch ohne Männchen möglich ist. Nach einer zumeist zweijährigen Tragzeit, die abhängig von den äußeren Bedingungen manchmal auch bis zu vier Jahre betragen kann, bringt das Weibchen zwei vollständig entwickelte, lungenatmende 4-5 cm große Jungtiere zur Welt. Diese gehen unmittelbar nach der Geburt eigenständig auf Nahrungssuche. Ist die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren erreicht, gebären Alpensalamander nur jedes dritte bis fünfte Jahr Junge.

Aufgrund der Lage der Lebensräume und fehlender größerer Wanderbewegungen dürften die meisten Vorkommen der Tiere von Landnutzungsaktivitäten im Rahmen von Forst- und Landwirtschaft eher weniger betroffen sein.

Verbreitung