Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Zur Ökologie der Hybrid-Vorkommen im süddeutschen Raum ist wenig bekannt. Grundsätzlich bestehen bei den Lebensweisen der Schwesterarten Alpen-Kammmolch und Nördlicher Kammmolch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Die Laichzeit des Alpen-Kammmolchs beginnt in Kärnten (Österreich) Ende März und kann sich bis Juni hinziehen. Während dieser Zeit legt das Weibchen 200-400 Eier einzeln ab. Nach 2-3 Wochen schlüpfen die Larven, die sich nach 3-4 Monaten umwandeln und das Wasser verlassen. Mit etwa 2,5 bis 3 Jahren werden die Tiere geschlechtsreif (Thiesmeier et al. 2009).

Als stark wassergebundene Molchart halten sich die Tiere von Ende März bis Ende August im Wasser auf. Als Laichgewässer dienen in Österreich und der Schweiz Altwässer, Teiche, Tümpel und Wassergräben. Bevorzugt werden Gewässer mit starkem Pflanzenwuchs. Der Molch findet sich aber auch in seichten Kleingewässern wie Felswannen oder Gartenweihern. Im Tessin besiedelt der Alpen-Kammmolch neben Moorgewässern in lockeren Birkenwäldern auch künstliche Viehtränken.

Tagesverstecke an Land finden sich unter Steinen und altem Holz.

Während die süddeutschen Vorkommen der Kreuzungstiere sich in Höhenlagen zwischen 400 und 780 m ü. NN befinden, steigt der Alpen-Kammmolch im Tessin in Höhenlagen von 1.200 m und in den italienischen Alpen bis auf 1.600 m ü. NN auf (Meyer 2004).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Zum Lebenszyklus der Hybrid-Populationen der süddeutschen Vorkommen liegen keine Daten vor. In Kärnten wandert der Alpen-Kammmolch im Zeitraum von Ende März bis Juni zu den Laichgewässern. Die Laichplatzwanderung fällt somit zeitlich mit der Frühjahrsbestellung der Äcker und Pflegemaßnahmen im Grünland (Pflügen, Ansaat, Düngung, Einsatz von chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln, Abschleppen) zusammen.

Der Alpen-Kammmolch hält sich bis Ende August im Gewässer auf. Der Zeitraum der Abwanderung in die Landlebensräume fällt in den Zeitraum, in dem die Äcker bestellt und spätreifende Feldfrüchte geerntet werden. Da die Wanderbewegungen vorwiegend nachts durchgeführt werden, sind direkte Beeinträchtigungen nur bei nächtlicher Bearbeitung der Äcker zu erwarten.

Die winterliche Ruhephase fällt mit dem Zeitraum zusammen, in dem Forst- und Landschaftspflegebetriebe bevorzugt die Holzernte bzw. Gehölzpflege durchführen. Hier kann es zu Beeinträchtigungen kommen, wenn schwere Erntefahrzeuge eingesetzt werden.

Verbreitung

Literatur

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