Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Die Äskulapnatter besiedelt eine Vielzahl an Lebensräumen mit feuchtwarmer Prägung. Hierzu zählen insbesondere die Randbereiche lichter Laub- und Mischwälder, Bachtäler, Wiesenhänge, Streuobstbestände aber auch nachhaltig genutzte Weinbergslagen, sowie Steinbrüche, Bahndämme, Straßen- und Wegränder. Auch in Gärten innerhalb von Siedlungen kann sie gefunden werden. Wichtig ist in allen Lebensräumen ein Mosaik an geeigneten Sonnen-, Versteck-, und Eiablageplätzen, Winterquartieren und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Ausgewachsene Nattern ernähren sich vorwiegend von Kleinsäugern, Vögeln und deren Eiern. Jungtiere ernähren sich hingegen nahezu ausschließlich von Eidechsen (Böhme 1993, Günther & Waitzmann 1996, Waitzmann & Fritz 2007). Zur Überwinterung suchen die Schlangen frostfreie Orte in Felsspalten, Baumstümpfen, natürlichen Erdhöhlen und Kleinsäugerbauen auf, die meist im Inneren der Wälder liegen. Aber auch unverfugte Trockenmauern werden als wichtige Winterquartiere genutzt (Günther & Waitzmann 1996, Waitzmann & Fritz 2007).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Meist Ende April/Anfang Mai verlässt die Äskulapnatter ihr Winterquartier. Die sich anschließende Paarungszeit erstreckt sich bis in den Juni. In dieser Zeit sind die Männchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen besonders aktiv und bestreiten ausgedehnte Wanderungen. Die Eiablage erfolgt in der Regel 4-6 Wochen nach der Paarung Ende Juni bis Mitte Juli. Hierfür suchen die Weibchen geeignete Eiablageplätze, wie Kompost- oder Misthaufen aber auch faulende Baumhöhlen oder Schwemmguthaufen auf, in die sie ihre 5-12 länglich ovalen Eier ablegen. Nicht selten wird von mehreren Weibchen der gleiche Ort aufgesucht, so dass man so genannte „Masseneiablageplätze“ der Äskulapnatter finden kann. Ende August/Anfang September, nach gut 60 Tagen, schlüpfen dann die Jungtiere. Jedoch können sich bei ungünstigen Wetterbedingen im Jahresverlauf der Zeitpunkt der Eiablage sowie die Entwicklung und der mögliche Schlupf der Jungtiere nach hinten verschieben, was den Fortpflanzungserfolg deutlich mindern kann (Waitzmann & Fritz 2007). Die Winterquartiere werden meist schon in der ersten Septemberhälfte aufgesucht (Günther & Waitzmann 1996).

Die Äskulapnatter ist besonders durch die Beeinträchtigung bzw. Zerstörung geeigneter Lebensräume aufgrund der Nutzungssteigerung der Forst- und Landwirtschaft, darunter vor allem die Flurbereinigung, sowie durch Siedlungserweiterungen gefährdet. Ebenso hat das Verbuschen von freien Wiesen(hängen) negative Auswirkungen auf die Äskulapnatterbestände.