Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Vom Weißschnauzendelfin sind bisher keine eindeutig voneinander unterscheidbaren Populationen bekannt. Vielmehr scheint es in der erdgeschichtlichen Entwicklung der Weißschnauzendelfine einen genetischen Engpass („Flaschenhals“) gegeben zu haben, was die genetische Ähnlichkeit zwischen Individuen bzw. den Mangel an Populationsvielfalt erklärt. Es wurde nur festgestellt, dass sich die norwegischen Vorkommen von Weißschnauzendelfinen von denjenigen der Nordsee und Irlands unterscheiden (Evans & Teilmann 2009). Endgültige Ergebnisse der genetischen Untersuchungen liegen allerdings noch nicht vor.

Gefährdungsursachen

Über die Gefährdungsursachen des Weißschnauzendelfins ist wenig bekannt, doch ist davon auszugehen, dass Beifang, Umweltgifte und Unterwasserlärm dazu zu zählen sind.

Fischereiwirtschaft

  • Obwohl es an der nordamerikanischen Küste einzelne Nachweise für Beifänge in Fischfallen und Stellnetzen gibt, so sind doch bisher keine genauen Zahlen bekannt. Allerdings sind die dortigen Bestände so gering, dass die Höhe des biologisch vertretbaren Beifangs bei nur zehn Tieren pro Jahr liegt (Waring et al. 2007). Von der östlichen Atlantikseite gibt es bisher gar keine Erkenntnisse zum Einfluss der Fischerei auf die Bestände des Weißschnauzendelfins, doch sind Beifänge nicht unwahrscheinlich, da die Delfine und die Fischerei dieselben Fischarten bevorzugen.

Sonstige

  • Bei langlebigen Fischfressern kommt es fast immer zur Anreicherung von Umweltgiften, wie Schwermetallen und schwer abbaubaren halogenierten Kohlenwasserstoffen, wie z.B. PCBs sowie DDT und andere Insektenvernichtungsmittel.
  • Das extrem empfindliche Gehör der Weißschnauzendelfine kann leicht durch knallartige Unterwassergeräusche geschädigt werden. Selbst Lärm, der keinen bleibenden Schaden verursacht, kann sie nachhaltig schädigen, z.B. indem er die Kommunikation der sozialen Tiere erschwert oder andere überlebenswichtige Geräusche maskiert. Auf hoher See führen insbesondere seismische Erkundungen mit sogenannten Airguns sowie Militärsonare zu starken Lärmbelastungen. Darüber hinaus ist insbesondere die Nordsee auch stark mit dem Lärm von Öl- und Gas-Bohrinseln belastet.

Überblick zum Status der Art

FFH -Richtlinie IV
Rote Liste Deutschland (Meinig et al. 2009) nicht enthalten
Rote Liste Europa (www.iucnredlist.org/initiatives/europe; Hammond et al. 2008) LC (nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Meinig et al. 2009) bisher keine Bearbeitung