Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Es existieren vier Vorkommen des Vorblattlosen Leinblatts in Deutschland. Alle befinden sich in Schutzgebieten (Natura 2000-Gebieten). Jedes Vorkommen stellt eine lokale Population dar. Möglicherweise entspringt jede Lokalpopulation einer einzigen Mutterpflanze.

Gefährdungsursachen

Das Vorblattlose Leinblatt ist hauptsächlich durch die Vernichtung seiner Lebensräume und die Aufgabe großflächiger Weidenutzungen gefährdet.

Land- und Forstwirtschaft

  • Nährstoffeinträge aus der Luft und angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen fördern konkurrenzstarke Pflanzen, die das Vorblattlose Leinkraut verdrängen
  • Nutzungsaufgabe und damit Verbuschung der besiedelten Flächen
  • Änderungen der Wasserverhältnisse
  • Nutzungsintensivierung
  • Beweidung bzw. Mahd zum falschen Zeitpunkt (vor der Fruchtreife) verhindert die Bildung von Samen
  • Umbruch, Einsaaten, Anpflanzungen, Pestizideinsatz und intensive Beweidung (ein Fall mit partieller Pferdebeweidung in Brandenburg problematisch)

Sonstige

  • Geringe Anzahl der Standorte (genetische Verarmung)

Überblick zum Status der Art

Synonyme Vorblattloser Bergflachs, Vorblattloses Vermeinkraut, Thesium comosum, Thesium pratense
FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) 1 (Vom Aussterben bedroht)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) Daten ungenügend, evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Atlantische Region: ungünstig – schlecht, kontinentale Region: ungünstig – schlecht