Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Der Springfrosch zeigt eine hohe Bindung an das Geburtsgewässer, ist andererseits aber auch in der Lage geeignete Gewässerneuanlagen schnell zu besiedeln. Es wurden maximale Tagesdistanzen von 45 m beobachtet (Kneitz 1997). Insbesondere den Jungtieren kommt bei der Ausbreitung eine hohe Bedeutung zu: Sie konnten Entfernungen von 1 km zurücklegen und überwanden hierbei auch ackerbaulich genutzte Flächen und viel befahrene Straßen (Kneitz 1997). Die Tiere nutzen im 1. Jahr bei der Abwanderung Leitelemente wie Feldraine oder Wegkanten (Laufer et al. 2007).

Eine generelle Aussage zur Größe des von einer lokalen Population bewohnten Gebietes ist beim Springfrosch nur schwer zu treffen, da in den einzelnen besiedelten Regionen Deutschlands ganz unterschiedliche Bedingungen herrschen. Nach Experteneinschätzung dürften vom Springfrosch besiedelte Gewässerverbünde, die nicht mehr als 1.000 bis 2.000 m voneinander entfernt liegen, noch dem Aktionsraum einer lokalen Population zuzuordnen sein. Dies deckt sich mit Angaben durch Schmidt (2006), der bei Entfernungen von 1.000–2.000 m noch von einer guten Vernetzung zwischen Vorkommen ausgeht.

Gefährdungsursachen

Der Springfrosch ist hauptsächlich durch den Verlust geeigneter Laichgewässer und durch weitere Isolation verschiedener Vorkommen gefährdet.

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

Folgende Maßnahmen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft können sich nachhaltig auf Vorkommen des Springfrosches auswirken:


  • Durch Grundwasserabsenkung bedingtes frühzeitiges Austrocknen der Laichgewässer (lange Larvalphase)
  • Verfüllung von bei der Bewirtschaftung störenden Kleingewässern
  • Fischbesatz, da Fische Fressfeinde der Larven darstellen können
  • Entwertung des Landlebensraumes durch standortfremde Forsten, v.a. Fichtenmonokulturen im Bereich des Laichgewässers bzw. Beseitigung von Feldgehölzen und anderen Lebensraumelementen
  • Individuenverluste durch die Mahd von waldnahen Wiesen
  • Düngereinsatz (Kunstdünger, z.B. Ammonsalpeter), toxisch beim Durchwandern gedüngter Flächen (Verätzung)
  • Nährstoffanreicherung in den Laichgewässern durch Düngereintrag von landwirtschaftlichen Flächen
  • Holzeinschläge im Landlebensraum und im unmittelbaren Gewässerumfeld während der Aktivitätsperiode (Maschineneinsatz)
  • Umwandlung von Grünland in Ackerflächen (verstärkte Nutzung der Flächen)

Sonstige

  • Verlandung von Kleingewässern durch Laubeintrag und Verschlammung, Verbuschung und damit einhergehende Beschattung im Uferbereich sowie fehlende Pflege
  • Zerschneidungseffekte (z.B. Straßenbau)
  • Straßenverkehr (Verkehrstod)

Überblick zum Status der Art

Synonyme -
FFH -Richtlinie IV
Rote Liste Deutschland (Kühnel et al. 2009) Ungefährdet
Rote Liste Europa (Temple & Cox 2009) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Kühnel et al. 2009) In besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten (in MV und NI)
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Atlantische Region: günstig, kontinentale Region: günstig, alpine Region: ungünstig - unzureichend