Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Die Falter des Schwarzen Apollos werden allgemein als sehr standorttreu betrachtet. Aus Tschechien und Schweden liegen Markierungsversuche vor, nach denen die Tiere meist nur wenig umherfliegen (Brattström et al. 2007, Konvička & Kuras 1999). In Schweden liegt die mittlere Distanz zwischen zwei aufeinander folgenden Beobachtungen zwischen ca. 50 und 160 m, in Tschechien bei ca. 170-180 m. Durch wiederholte Beobachtungen konnten dort mittlere Entfernungen von ca. 230 bis 310 m festgestellt werden. Die maximalen festgestellten Entfernungen eines Falters lagen in Schweden bei 1.550 m (für Männchen) und 222 m (Weibchen) und in Tschechien bei 2.550 m (Männchen) und 1.200 m (Weibchen). Aus der Rhön ist eine maximale Distanz von 1.000 m bekannt (Seufert 1990 in Settele et al. 1999).

Nach Leopold et al. (2006) können z.B. besiedelte Teilflächen zusammengefasst werden, die nicht weiter als ca. 1 km auseinander und nicht ausschließlich durch unüberwindbare Nicht-Lebensräume voneinander getrennt sind. Sie erwarten, dass Falterbewegungen zwischen zwei Teilflächen regelmäßig bei einer Distanz von z.B. 500-1.000 m auftreten. Die oben aufgeführten Originalangaben deuten jedoch eher darauf hin, dass lokale Populationen bei geringeren Distanzen von etwa 300-500 m bestehen. Die starken Unterschiede zwischen Schweden und Tschechien zeigen auch, dass diese Angaben im Detail nicht allgemeingültig und nicht unbedingt auf andere Länder und Naturräume übertragbar sind.

Gefährdungsursachen

Die Hauptgefährdungsursache ist im Verlust der Lebensräume durch die veränderte Bewirtschaftung zu finden. Diese bewirkt das Verschwinden gut besonnter lockerer Bestände des Lerchensporns. Wesentliche Ursachen sind die Zunahme der Beschattung von Waldbäumen (Baumwachstum, Kronenverbreiterung), die Anlage von Aufforstungen, sonstigen Pflanzungen und der Verlust auflichtender Faktoren (durch Waldbewirtschaftung oder natürliche Dynamik). Auch das Verschwinden blütenreicher Nektarlebensräume kann ein Gefährdungsgrund sein und lokal sogar zeitweise zum limitierenden Faktor werden.

Land- und Forstwirtschaft

  • Aufforstung von und Anpflanzungen auf Lichtungen, Windwurfflächen, Wiesentälern etc.
  • Einbringung von Nadelgehölzen statt Laubbäumen
  • Verlust von Wiesen in und an Mischwäldern durch Aufforstung oder Nutzungsaufgabe
  • Beschattung von Lebensräumen der Raupen
  • Verlust lichter Weg- und Waldränder mit Säumen und Waldmänteln und Ersetzung durch scharfe Nutzungsgrenzen
  • Nutzung lichter Wald- und Wegränder als Lagerplatz (Holz, Grasschnitt, etc.)
  • Nutzung geeigneter offener Flächen als Wildäcker
  • Grünlandintensivierung, mit dem Ergebnis, dass blütenreiche Nektarlebensräume verloren gehen
  • Intensivierung der Weidewirtschaft
  • Mahd von Weg- und Waldrändern, insbesondere wenn sie als Nektarlebensraum dienen
  • Trennung des Raupen- und Nektarlebensraums durch Barrieren

Sonstige

  • Isolation verbliebener Lebensräume
  • Nach Modellrechnungen besteht ein hohes Risiko durch den Klimawandel (Settele et al. 2008)

Überblick zum Status der Art