Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Ein durchgehender Felsbereich oder ein durchgehendes Blockfeld sind nach Experteneinschätzung als eine lokale Population zu betrachten. Ausnahmsweise kann eine Trennung von Vorkommen innerhalb eines durchgehenden Felsbereichs erfolgen, wenn zwischen zwei Vorkommen lediglich eine glatte Felswand liegt, welche keine Lebensräume (Spalten oder Höhlungen) für den Prächtigen Dünnfarn bietet.

Gefährdungsursachen

Der Prächtige Dünnfarn ist hauptsächlich durch Veränderungen der kleinräumigen klimatischen Bedingungen an seinen Standorten gefährdet. Wichtig für die Erhaltung der Bedingungen ist an erster Stelle die Erhaltung der umgebenden Wälder. Diese wirken ausgleichend auf das kleinräumige Klima der Felsstandorte. An zweiter Stelle steht die Aufrechterhaltung der hohen Feuchte an den Standorten und damit des Wasserhaushaltes. Die nötige Luftfeuchte liefern an den Standorten zumeist nahe gelegene Bachläufe und quellige Bereiche.

Forstwirtschaft

Folgende Bewirtschaftungsmaßnahmen der Forstwirtschaft können sich nachhaltig auf Vorkommen des Prächtigen Dünnfarns auswirken:

  • Die forstliche Nutzung des umgebenden Waldes stellt die größte Gefährdung dar, da sich dabei Veränderungen des Bestands- und Mikroklimas ergeben können, z.B. durch Gehölzauflichtungen
  • Veränderung des Wasserhaushaltes durch Gewässerbegradigung und -ausbau sowie Quellfassungen

Sonstige

  • Gesteinsabbau oder Höhlensanierung
  • Touristische Aktivitäten (Kletterei, Lagerplätze)

Überblick zum Status der Art

Synonyme Europäischer Dünnfarn, Prächtiger Hautfarn
FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) * (Ungefährdet)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) Besondere Verantwortlichkeit für hochgradig isolierte Vorposten
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Kontinentale Region: günstig