Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Die Östliche Smaragdeidechse ist ortstreu. Sie kann aber auf der Suche nach Beute auch Wanderungen von mehr als Hundert Metern unternehmen. Jungtiere sind in der Lage über geeignete Vernetzungselemente „neue“ Lebensräume zu besiedeln. Über Ihre Aktionsradien ist aber wenig bekannt.

Als lokale Population können die Tiere aufgefasst werden, die einen aufgrund seiner Ausstattung geeigneten, abgrenzbaren Lebensraum besiedeln und sich hier fortpflanzen. Bei der zersplitterten Verbreitung der verbliebenen Reliktvorkommen trifft dieses insbesondere auf die Brandenburgischen Vorkommen zu. Das Vorkommen der Östlichen Smaragdeidechse im Donautal gliedert sich aufgrund starker Zersiedelung/Zerschneidung in zwei bis drei lokale Populationen.

Nach Groddeck (2006) weisen Vorkommen der Östlichen Smaragdeidechse eine gute Vernetzung auf, wenn deren Lebensstätten nicht mehr als 1.000 m auseinander liegen. Sind die Vorkommen untereinander durch unüberwindbare Strukturen (verkehrsreiche Straßen, Intensiv-Ackerland u.ä.) getrennt, dann ist von einer schlechten Vernetzung der Vorkommen und gleichfalls von getrennten lokalen Populationen auszugehen (Groddeck 2006).

Gefährdungsursachen

Die Östliche Smaragdeidechse ist hauptsächlich durch unangepasste Maßnahmen der Forstwirtschaft sowie den fortschreitenden Braunkohletagebau gefährdet.

Folgende Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen der Land- und Forstwirtschaft können sich nachhaltig auf Vorkommen der Östlichen Smaragdeidechse auswirken:

Land- und Forstwirtschaft

(BB = nur Brandenburg, BY = nur Bayern)


  • Lebensraumverlust (z.B. durch Verbuschung in Folge von Nutzungsaufgabe, Aufforstung, verstärkte Landwirtschaftliche Nutzung)
  • Entfernung oder Verschüttung von Lesesteinhaufen (BY)
  • Unangepasste Bewirtschaftungsformen (z.B. das Pflügen von Brandschutzstreifen, die als Eiablageplätze genutzt werden (BB) ) können zum Problem werden, wenn die Bewirtschafter nicht rechtzeitig in den Schutz der betroffenen Population einbezogen werden.
  • Isolierung von Vorkommen durch Fichtenbestände (BY) und großflächige landwirtschaftliche Monokulturen
  • Zusätzliche Nährstoffanreicherung in den Lebensräumen durch z.B. übermäßige Düngung

Über den direkten negativen Einfluss von Schädlingsvertilgungsmitteln ist bislang nichts bekannt, indirekte negative Einflüsse werden jedoch von einigen Autoren genannt (siehe z.B. Elbing 2001, Laufer 2004 zit. nach Fritz & Sowig 2007). Durch den Einsatz von Wildkräuterbekämpfungsmitteln gehen u.U. wertvolle Lebensraumelemente (z.B. entlang von Wanderkorridoren) verloren.

Sonstige

  • Lebensraumverlust durch Straßenbau und Braunkohletagebau (BB)
  • Lebensraumzerstörung und direkte Schädigung durch Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen an Verkehrswegen (u.a. Ausbau von Wanderwegen)
  • Entfernung oder Verschüttung von Lesesteinhaufen (BY)
  • Isolierung kleiner Einzelpopulationen
  • Direkte Verfolgung durch den Menschen (z.B. Fang, Handel, Haltungszwecke)
  • Tötung durch Hauskatzen, Wildschweine und Fasane
  • Fraß durch den Fuchs (BB)
  • Fremdländische Pflanzen, wie der Japanische Staudenknöterich können zum Problem werden, da sie unkontrolliert, schnell und großflächig mögliche Lebensräume überwuchern können (BY)

Überblick zum Status der Art

Synonyme Grünedis, Grinedis, Grüneder, Krauthahn, Große Eidechse, Grüne Eidechse