Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Der Luchs besiedelt z.T. 100-700 km² große Streifgebiete (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008), allerdings in nur sehr geringer Dichte. Teilweise handelt es sich nur um Einzeltiere. Aufgrund der überaus starken Waldbindung der Art werden hilfsweise zur Abgrenzung einer lokalen Population das Areal eines geschlossenen Waldgebietes innerhalb eines Naturraums oder miteinander verbundene (vernetzte) größere Waldgebiete innerhalb eines Naturraums oder innerhalb mehrerer Naturräume herangezogen. Von einer lokalen Population ist dann auszugehen, wenn sich ein Tier in einem Gebiet nachweislich angesiedelt hat. Dies ist dann der Fall, wenn ein bestätigter Hinweis oder Nachweis einer Luchsin mit Jungtieren vorliegt, oder wenn mehrere bestätigte Hinweise oder Nachweise (gemäß Monitoringstandards, Kaczensky et al. 2009) über einen Zeitraum von einem halben Jahr in einem Gebiet gelungen sind.

Gefährdungsursachen

Der Luchs ist vor allem durch Störungen an seinen Wurfplätzen gefährdet, kurz nachdem die Jungen zur Welt gekommen sind.

Forstwirtschaft

  • Forstliche Aktivitäten in der Nähe von Fortpflanzungsstätten während der Jungenaufzucht, evtl. mit Zerstörung derselben
  • Entfernung von Lebensraumelementen wie z.B. starkastige Baumkronen, Totholz, Wurzelstubben
  • Ausräumen der Wälder zur Energieholznutzung (Schreddern von Kronenholz, Schwachholz)
  • Zu geringe Dichten von Beutetieren (Rehwild und andere Paarhufer), bei Nahrungsmangel werden größere Gebiete genutzt, was die Gefahr von Verlusten im Straßenverkehr erhöht

Sonstige

  • Lebensraumzerschneidung durch Straßen- und Schienenwege
  • Genetische Verarmung in den sehr kleinen Teilpopulationen
  • Illegale Abschüsse
  • Krankheiten (Übertragung durch Hauskatze)

Überblick zum Status der Art

FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Meinig et al. 2009) 2 (Stark gefährdet)
Rote Liste Europa (Temple & Terry 2007) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Meinig et al. 2009) -
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Kontinentale Region: ungünstig – schlecht