Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Als lokale Population des Liegenden Büchsenkrauts sind nach Experteneinschätzung Vorkommen in einzelnen Weihern, in Flussabschnitten (Altarm) und an trockengefallenen Ufern einzelner Flussabschnitte anzusehen. Die Abgrenzung eines Flussabschnitts sollte hinsichtlich Substrat, Wasserqualität und Fließgeschwindigkeit erfolgen. Sobald einer dieser Faktoren wechselt, beginnt ein neuer Abschnitt. Ein Altarm sollte grundsätzlich als ein eigener Abschnitt betrachtet werden, da er sich immer hinsichtlich Substrat und Fließgeschwindigkeit von dem eigentlichen Fließgewässer unterscheidet. Sobald sich zwischen zwei geeigneten Standorten ein Abschnitt mit anderen Standortbedingungen befindet, müssen die Vorkommen als getrennte lokale Populationen betrachtet werden.

In Brandenburg und Baden-Württemberg sind Vorkommen auch in zeitweise überschwemmten Ackerfurchen zu finden. Früher waren Vorkommen des Liegenden Büchsenkrauts auch auf Schweineweiden, in Hanf- bzw. Flachsröstgruben und Lehmgruben vorhanden.

Die drei Hauptvorkommen dieser Art in Deutschland sind sehr isoliert und es darf bezweifelt werden, ob noch genetischer Austausch zwischen den Vorkommen in der Oberrheinebene, im Elbegebiet, und im Donaugebiet und Regental besteht (Hauke 2003).

Gefährdungsursachen

Das Liegenden Büchsenkraut ist hauptsächlich durch die Aufgabe der traditionellen Landnutzungsformen und Änderungen des Wasserregimes gefährdet. Insbesondere führen fehlende Wasserstandsschwankungen zur Auslöschung der Art.

Land- und Fischereiwirtschaft

  • Aufgabe traditioneller Landnutzungsformen, die wechselnasse, periodisch überflutete Bereiche mit Offenbodenstörung geschaffen haben (z.B. traditionelle Weiherwirtschaft, Ackerbau in staunassen Gebieten, Flachsröstgruben, Schweineweiden in der Aue, Lehmgruben)
  • Drainage von Ackerflächen und Gräben
  • Nutzungsumwidmung von Acker in Grünland (speziell in Baden-Württemberg)

Sonstige

  • Trockenlegungen
  • Grundwasserabsenkungen (möglicherweise dadurch auch frühzeitigeres Erlöschen der Samenbank)
  • Wasserbauliche Maßnahmen, z.B. Regulierung durch Staustufen (aktuell insbesondere im letzten unausgebauten Bereich der Donau ein Problem, da dort noch sehr große Vorkommen bei Niedrigwasser vorhanden sind)
  • Entnahme von Schlammbänken durch Wasserwirtschaft
  • Nährstoffanreicher