Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Als lokale Population können nach Experteneinschätzung alle Individuen in einem Weiher, Stillgewässer, Flussabschnitt (z.B. Altarm) oder auf einer abgegrenzten Parzelle (z.B. Schweineweide) gelten. Da die Abgrenzung von Vorkommen in Fließgewässern nicht so ohne Weiteres möglich ist, sollte die Definition der lokalen Population über die Abgrenzung eines Flussabschnitts erfolgen. Dabei erfolgt die Abgrenzung hinsichtlich Substrat, Wasserqualität und Fließgeschwindigkeit. Der Kleefarn benötigt flache Ufer, schlammiges Substrat, mittlere Nährstoff-Konzentrationen und eine geringe Fließgeschwindigkeit. Sobald einer dieser Faktoren wechselt, beginnt ein neuer Abschnitt. Ein Altarm sollte grundsätzlich als ein eigener Fluss-Abschnitt betrachtet werden, da er sich immer hinsichtlich Substrat und Fließgeschwindigkeit von dem eigentlichen Fließgewässer unterscheidet. Sobald zwischen zwei Vorkommen ein Abschnitt mit anderen Standortbedingungen liegt, müssen die Vorkommen als getrennte lokale Populationen betrachtet werden.

Gefährdungsursachen

Die Hauptgefährdung für den Kleefarn in Deutschland ist die Aufgabe traditioneller Landnutzungsformen, welche zusätzliche Lebensräume für den Kleefarn schufen und erhielten. Wie bei den meisten gefährdeten Pflanzenarten trägt der Nährstoffeintrag in seinen Lebensraum durch die Landwirtschaft zusätzlich zur Gefährdung des Kleefarns bei.

Land- und Forstwirtschaft

Folgende Bewirtschaftungsmaßnahmen der Land- und Forstwirtschaft können sich nachhaltig auf Vorkommen des Kleefarns auswirken:


  • Aufgabe von traditioneller Weihernutzung mit Sömmerung, Feuchtweiden (Schweineweiden), Röstgruben für Lein- und Hanffasergewinnung → Zuwachsen der Standorte nach Nutzungsaufgabe
  • Nährstoffanreicherung der Auenstandorte und Gewässer durch angrenzende, intensive landwirtschaftliche Nutzung (v.a. durch Düngung der landwirtschaftlichen Flächen) fördert konkurrenzstärkere Arten und den Bewuchs der Flussufer mit Röhrichten und Weidengebüschen

Sonstige

  • Starke Dynamik an Sekundärstandorten, wie z.B. Kiesgruben, machen diese als Lebensraum ungeeignet
  • Wasserbauliche Maßnahmen, Begradigung und Bedeichung von Flüssen haben einige alte Standorte bereits zerstört

Überblick zum Status der Art

FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) 0 (Ausgestorben oder Verschollen)*
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) NT (Vorwarnliste)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) Daten ungenügend, evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Kontinentale Region: ungünstig – schlecht
* Nach damaligem Stand