Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Von den drei Grünfroscharten ist der Kleine Wasserfrosch am wenigsten an Gewässer als Jahreslebensraum gebunden: Die Tiere verlassen bei der Nahrungssuche öfter das Gewässerumfeld. Es werden auch regelmäßig Wanderungen über Land unternommen. Vor allem Jungfrösche unternehmen weitere Wanderungen weg von den Laichgewässern und tragen so aktiv zur Ausbreitung der Art bei. Die Alttiere hingegen bleiben i.d.R. ihren Gewässern treu und verbringen das Jahr in dessen weiterer Umgebung (Günther 1996). Als maximale Distanz zwischen Fortpflanzungsgewässer und Winterquartier wurden am Neusiedlersee 15 km festgestellt (Tunner 1992).

Die lokale Population kann nach Expertenmeinung im Normalfall mit einem Radius von 2 km um die Laichgewässer(komplexe) abgegrenzt werden. Laut Schmidt (2006) können selbst Vorkommen, die zwischen 2.000-5.000 m voneinander entfernt liegen, noch gut vernetzt sein.

Gefährdungsursachen

Der Kleine Wasserfrosch ist hauptsächlich durch die Veränderung und Zerstörung seiner Lebensräume gefährdet – v.a. durch den Verlust geeigneter Larvalgewässer.

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

Folgende Maßnahmen der Land-, Forst- und Teichwirtschaft können sich nachteilig auf Vorkommen des Kleinen Wasserfrosches auswirken:


  • Beseitigung von Gewässern durch Verfüllung, Trockenlegung, Wasserstandsregulierungen etc. im Zuge von Nutzungsänderungen
  • Veränderung des Wasserhaushalts in Feuchtwiesen, Feuchtheiden, Mooren, Erlenbruchwäldern (v.a. Beseitigung von Überschwemmungsflächen in Auen, Grundwasserabsenkungen)
  • Entwertung von Gewässern z.B. durch Fischbesatz oder Nährstoffeintrag
  • Moderne, hochtechnisierte Landwirtschaft mit engen Fruchtfolgen, großen Schlägen sowie Mehrschnitt-Wiesen (Silagewirtschaft)
  • Umwandlung von Grünland in Ackerflächen
  • Einsatz schwerer Geräte und Anbau von Nadelholzforsten in der Forstwirtschaft
  • Flächendeckende Ausbringung von Düngern (Nährstoffeinträge in die Gewässer) und Spritzmitteln
  • Fischbesatz (Fischzucht und Angelsport)

Sonstige

  • Fortschreitende Verlandung und Beschattung der Laichgewässer durch aufwachsende Gehölze
  • Lokal zunehmende Versauerung von Heide- und Moorgewässern und damit einhergehende Verpilzung der Laichballen
  • Zerschneidung von Lebensraumkomplexen durch Verkehrswege
  • Verluste durch Straßenverkehr

Überblick zum Status der Art

Synonyme Kleiner Grünfrosch, Tümpelfrosch, Kleiner Teichfrosch, Zwergwasserfrosch
FFH -Richtlinie IV
Rote Liste Deutschland (Kühnel et al. 2009) G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes)
Rote Liste Europa (Temple & Cox 2009) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Kühnel et al. 2009) -
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Atlantische Region: unbekannt, kontinentale Region: unbekannt, alpine Region: unbekannt