Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

In Deutschland findet man nur noch ein einziges Vorkommen des Herzlöffels in einem Weiher im Charlottenhofer Weihergebiet bei Schwandorf. Dieses Vorkommen gilt als eine lokale Population.

Gefährdungsursachen

In den letzten 150 Jahren sind die meisten europäischen Fundorte des Herzlöffels erloschen, ohne dass konkrete Ursachen dafür bekannt sind. Auch in Deutschland sind bis auf ein Vorkommen in Bayern alle Wuchsorte verschwunden. Eindeutige Gründe für eine Gefährdung liegen laut einer kürzlich durchgeführten Studie der Universität Regensburg nicht vor (Roauer 2007, Weiß & Poschlod 2009). Der Herzlöffel ist hauptsächlich durch seine Seltenheit und Sensibilität gegenüber Lebensraumveränderungen gefährdet. Diese Lebensraumveränderungen können aus folgenden Nutzungen resultieren:

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

  • Nährstoffeintrag aus angrenzenden Feldern oder Gewässern
  • Beschattung durch angrenzende Gehölze und Bäume
  • Starke Störung der Pflanzen durch Fischzucht (hoher Fischbesatz, starke Zufütterung, Mähen des Ufers)

Sonstige

  • Gewässerverschmutzung durch Camping, Gewässereinleitungen
  • Störungen durch Botaniker, Wanderer und Tourismus
  • Nur eine letzte heimische (autochthone) Population vorhanden

Überblick zum Status der Art

Synonyme Alisma parnassifolium, Alisma dubium, Echinodorus parnassifolius, Caldesie, Herzblatt-Froschlöffel
FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) 1 (Vom Aussterben bedroht)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) NT (Vorwarnliste)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) Hohe Verantwortlichkeit
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Kontinentale Region: ungünstig - schlecht