Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Das einzige Vorkommen der Großen Kuhschelle in Bayern befindet sich in einem 27 ha großen Naturschutzgebiet nördlich von München. Die Garchinger Heide ist das Relikt einer noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts weithin entlang der Isar verbreiteten Heidelandschaft, die aber durch den Nutzungswandel bzw. -aufgabe verloren ging. Die verbleibenden Reste versucht man durch die Wiedereinführung von Schafbeweidung zu verbinden und den Austausch von Samen und Früchten durch Wanderschäferei zu ermöglichen. Über stillgelegte Ackerrandstreifen entlang von Feldwegen sollen Heidearten wie die Große Kuhschelle langfristig in neue Lebensräume einwandern. Allerdings konnten bislang noch keine neu besiedelten Flächen festgestellt werden. Somit bleibt es bei einem einzigen Vorkommen im Bereich der Garchinger Heide. Genetischer Austausch in Form von Pollen oder Samen zwischen den Individuen dieses Vorkommens kann ohne größere Hindernisse stattfinden. Die Individuen der Großen Kuhschelle auf der Garchinger Heide stellen somit eine einzige lokale Population dar.

Gefährdungsursachen

Derzeit befindet sich das letzte Vorkommen der Großen Kuhschelle in Deutschland in einem intensiv betreuten Naturschutzgebiet. Beeinträchtigungen durch die Landwirtschaft erfolgen i.d.R. nur noch durch den Nährstoffeintrag aus angrenzenden Wirtschaftsflächen. Früher wirkten folgende Gefährdungsursachen:

Land- und Forstwirtschaft

  • Zerstörung der Lebensräume durch Nutzungsaufgabe oder -änderung, speziell durch die Aufgabe der Weidewirtschaft mit Schafen und Umwandlung ertragsschwacher Trockenrasen in Wald, Äcker und Bauland
  • Flächenverluste durch den Abbau von Kies
  • Stickstoffeintrag durch angrenzende bewirtschaftete Flächen fördert hochwüchsige konkurrierende Pflanzen, die die Große Kuhschelle auf Dauer verdrängen

Sonstige

  • Direkte Störung durch Pflücken und Ausgraben von ganzen Individuen durch den Menschen
  • Verbuschung von offenen Lebensräumen durch das Einwandern höherwüchsiger Sträucher und Bäume bei fehlender Pflege der Lebensräume
  • Verfilzung der Pflanzendecke durch fehlende oder ungeeignete Beweidung, Mahd oder Feuereinwirkung
  • Verbiss der Blüten und Knospen durch Rehe und Hasen im nahrungsknappen Frühjahr

Überblick zum Status der Art

Synonyme Pulsatilla vulgaris subsp. grandis, Anemone grandis, Anemone pulsatilla subsp. grandis
FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) 2 (Stark gefährdet)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007) -