Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

In Deutschland ist aktuell nur eine Population bekannt. Diese setzt sich aus vier Teilpopulationen zusammen, welche jeweils etwa 30-100 m Abstand voneinander haben. Seit 1994 findet ein Monitoring dieser Population statt. Von den 450 Exemplaren, die 1994 gezählt wurden, ist der Bestand auf 30 gesunken.

Gefährdungsursachen

Da sich das deutschlandweit einzige bekannte Vorkommen des Einfachen Rautenfarns auf einem Truppenübungsplatz befindet, sind auch spezifisch für diesen Standort zutreffende Gefährdungsursachen zu beachten.

Land- und Forstwirtschaft

Folgende Bewirtschaftungsmaßnahmen der Land- und Forstwirtschaft können sich nachhaltig auf Vorkommen des Einfachen Rautenfarns auswirken:


  • Zuwachsen und damit Verdrängung durch höherwüchsige Arten – der Einfache Rautenfarn ist sehr klein und benötigt eine sehr lückige Pflanzendecke

Sonstige

  • An ihrem derzeit einzigen bekannten Fundort in Deutschland (auf einem Truppenübungsplatz) ist die Art durch Befahren gefährdet. Andererseits könnte das Befahren die Nachteile der Grundwasserabsenkung verringern, da es durch Bodenverdichtung staunasse Standorte schafft
  • Absenkung des Grundwasserspiegels durch Trinkwasserentnahme wirkte sich bereits negativ auf andere feuchtebedürftige Arten des Torfbinsen-Borstgrasrasens aus. Ein direkter Nachweis des negativen Einflusses auf den Einfachen Rautenfarn fehlt jedoch bisher
  • Es besteht ein extremer Sammeldruck durch „Artenjäger“– in Österreich ist ein Wuchsort daher sogar erloschen, nachdem er bekannt wurde
  • Wühlen von Wildschweinen

Überblick zum Status der Art

Synonyme Einfache Mondraute, Einfacher Traubenfarn
FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996) 2 (Stark gefährdet)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011) NT (Vorwarnliste)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al 2007) Daten ungenügend, evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Atlantische Region: ungünstig – schlecht