Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Die lokale Population ist stets auf das Gewässer des Einzelvorkommens und eine Randzone von 300 m beschränkt. Die Eiablage erfolgt ab März. Die Larven entwickeln sich von März bis Juni und gehen dann zur Verpuppung an Land. Für die Puppenruhe benötigen die Larven möglichst breite und ungestörte Uferabschnitte. Nach dem Schlupf muss der Jungkäfer in der Puppenwiege noch aushärten und erscheint dann ab Mitte Juli im Gewässer. Wie viele andere Schwimmkäfer auch, so sind die Käfer des Breitrands in der Nacht im Wasser besonders aktiv. Die Käfer können das ganze Jahr über im Wasser angetroffen werden und sind im Winter auch unter dem Eis aktiv. Bereits bei Bau (1888) wird erwähnt, dass die Art regelmäßig beim Eisfischen gefangen wird. In den Sommermonaten unternehmen die Tiere Schwarmflüge und wurden schon des Öfteren am Licht gefangen. Deshalb werden vereinzelt auch Tiere in Gewässern gefunden, in denen sie sich nicht fortgepflanzt haben. Weitergehende Aussagen zu den Themenkomplexen: jahreszeitlicher oder auch tageszeitlicher Lebensraumwechsel, Ausbreitungsvermögen und Wiederbesiedlungsvermögen können jedoch nicht gemacht werden.

Gefährdungsursachen

Der Breitrand ist vor allem durch den Verlust nährstoffarmer Stillgewässer mit einer großen ungestörten Randzone gefährdet. Folgende Maßnahmen der Land- und Fischereiwirtschaft können sich nachhaltig auf Breitrandpopulationen auswirken:

Land- und Fischereiwirtschaft

  • Überdüngung von Gewässern in der Teichwirtschaft (Fischteiche, Weiher und Flachseen) durch Zufütterung
  • Große Verluste durch zu hohen Fisch- und Wasservogelbesatz
  • Ausbreitung des Sonnenbarsches als extrem aggressiver Räuber (speziell in Bayern)
  • Intensivierung der Landwirtschaft: Ausbringung von Düngemitteln in der Nähe von Gewässern, fehlende oder zu schmale Pufferzonen um die Gewässer, Einleitung von ungefilterten Abwässern aus Regenwasserleitern (Gräben, Drainagen) am Rande von Straßen in benachbarte Gewässer
  • Entwässerungsmaßnahmen und Entfernen von Pflanzenwuchs in Stillgewässern und an deren Rändern
  • Zu starke Beschattung der Ufer von Flachseen durch Gebüschaufwuchs, angrenzenden Wald und fehlende Nutzung, dadurch Rückgang der Röhrichtgürtel

Sonstige

  • Verlust nährstoffarmer, reich gegliederter Flachseen und Weiher
  • Verlust von überstauten Feuchtwiesen und sommertrockener Altarme in Flussauen
  • Verlandung/Versandung und Absenkung des Grundwasserspiegels, gerade im Umland von Ballungsgebieten (Berlin) und in den Tagebaugebieten der Lausitz und Oberlausitz (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt)
  • Wasserverschmutzung, Versauerung der Gewässer

Überblick zum Status der Art

FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Hess et al. 1999) 1 (vom Aussterben bedroht)
Rote Liste Europa (Foster 1996) nicht gefährdet in: Schweden, Finnland, Frankreich;
gefährdet in: Dänemark, Tschechien;
vom Aussterben bedroht in: Niederlande, Österreich, Schweiz;
ausgestorben in: Italien, Luxemburg
Verantwortlichkeit bisher nicht bearbeitet
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013</