Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Beim Biber stellen nach abgestimmter Expertenmeinung verpaarte Tiere bzw. das Familienrevier eine lokale Population dar. Der tatsächliche Raumbedarf ist dabei abhängig von der jeweiligen Lebensraumqualität, insbesondere von der Ausstattung des Gebietes mit Winteräsung (geeignete Laubbäume, Gebüsche). In der Regel benötigen Ansiedlungen des Bibers 1-5 km Uferstrecke (Dolch & Heidecke 2004). Bis zu 100 m Entfernung zum Ufer werden zur Nahrungssuche genutzt (der Biber frisst rund 235 verschiedene, krautige Pflanzen sowie Gehölze), meist bewegen sich die Tiere aber nur in einen Saum bis 50 m Entfernung vom Ufer. Für den Erhalt eines Vorkommens der Art ist auf lange Sicht hinsichtlich der Landnutzung das Vorhandensein geeigneter Winteräsung am wichtigsten. Der Zustand einer Biberpopulation gilt ab 30 besetzten Revieren pro 100 km als hervorragend (Schumacher et al. 2006).

Gefährdungsursachen

Der Biber ist vor allem durch die Zerstörung seines Lebensraumes (Gewässerausbau, Landschaftsfragmentierung) sowie durch die Verunfallung auf Straßen und Bahngleisen gefährdet (Dolch & Heidecke 2004).

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

  • Lebensraumverlust durch Nutzungsänderung in Auen
  • Landwirtschaftliche Bewirtschaftung bis an das Gewässerufer
  • Anthropogene Eingriffe in Biberreviere (z.B. Zerstörung von Dämmen wegen drohender Vernässung) auf Grund von Konflikten zwischen natürlicher Lebensweise des Bibers und menschlicher Landnutzung
  • Reusenfischerei (Ertrinken in den Reusen)

Sonstige

  • Zerstörung des Lebensraumes (Gewässerausbau, Bau von Siedlungs- und Gewerbeflächen in Auenstandorten)
  • Veränderung des Abflussverhaltens durch Begradigung und Vertiefung von Fließgewässern
  • Landschaftsfragmentierung durch Verkehrswegebau
  • Verkehrstod auf Straßen und Bahngleisen
  • Illegale direkte Zerstörung von Bauen und Dämmen
  • Bisam- und Nutria-Bekämpfung mittels Schlagfallen

Überblick zum Status der Art

FFH -Richtlinie II, IV
Rote Liste Deutschland (Meinig et al. 2009) V (Vorwarnliste)
Rote Liste Europa (Temple & Terry 2007) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Meinig et al. 2009) -
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Atlantische Region: günstig, kontinentale Region: günstig, alpine Region: günstig