Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Allgemeine Gefährdungsursachen

Als bedeutendster Faktor bei den historischen Rückgängen der Art werden klimatische Veränderungen angesehen (Boye 2004). Diese sollen dazu geführt haben, dass die natürlichen Quartiere der Art während kalter Perioden zu kalt wurden, um eine ausreichende Fortpflanzung zu gewährleisten. Da die Art aber offenbar zunehmend Gebäude besiedelt, sind Gebäudesanierungen als bedeutender Gefährdungsfaktor anzunehmen. Hier besteht die Gefahr, dass Quartiere zerstört oder durch Verwendung ungeeigneter Holzschutzmittel beeinträchtigt werden. Darüber hinaus ist eine Gefährdung durch eine Reduktion der Nahrungsgrundlage durch Pestizideinsatz oder Verstärkung landwirtschaftlicher Nutzung möglich (Boye 2004, Dietz et al. 2007).


  • Verlust von Wochenstubenquartieren und Winterquartieren in Felsen durch Freizeitnutzung (Klettern o.ä.), Abbau in Steinbrüchen und dergleichen mehr
  • Verlust von Quartieren in Siedlungen durch Renovierungs- und Sanierungsarbeiten in und an Gebäuden
  • Vergiftung der Tiere in Gebäudequartieren durch Behandlung von Dachstühlen etc. mit giftigen Holzschutzmitteln
  • Direkte Verfolgung oder Quartierverlust durch Verschluss von Quartieren, wegen besonderer Abneigung gegenüber Ansammlungen von Fledermäusen oder deren Exkrementen
  • Beeinträchtigung des Quartiers durch Anstrahlen der Ein- und Ausflugöffnungen (häufig z.B. an historischen Gebäuden) und durch Lichtanlagen in Winterquartieren (z.B. Dauerbeleuchtung in Tunneln)
  • Eventuelle Beeinträchtigung von Quartieren durch die Anlage von Radwegen in alten, nicht mehr genutzten Eisenbahntunneln, die als Winterquartiere, im Sommer aber auch als Männchen- oder Paarungsquartiere genutzt werden können (Meinig et al. 2009, Skiba 2010)
  • Verlust insektenreicher Landschaftsbestandteile als Jagdgebiete durch Reduzierung von Hecken, Feldgehölzen und Säumen
  • Verlust der Nahrungsgrundlage und Vergiftung der Fledermäuse (Anreicherung der Giftstoffe im Körper der Tiere) durch den Einsatz von Insektiziden und Herbiziden im Gartenbau oder in der Pflege öffentlicher Anlagen
  • Durch ihre Neigung zu hohem Flug ist eine Gefährdung der Art durch Schlagopfer an Windenergieanlagen nicht unwahrscheinlich (Dürr 2011, Lehmann & Engemann 2007)

Überblick zum Status der Art

Synonyme Pipistrellus savii
FFH -Richtlinie IV
Rote Liste Deutschland (Meinig et al. 2009) D (Daten unzureichend)
Rote Liste Europa (Temple & Terry 2007) LC (Nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Meinig et al. 2009) -
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 -

Verbreitung

Literatur

 Literatur