Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Die Äskulapnatter gilt allgemein als ortstreu (Böhme 1993), auch wenn vereinzelte Wanderbewegungen von mindestens 2,3 km bekannt sind (Waitzmann & Fritz 2007). Alle Äskulapnattern eines nach Geländebeschaffenheit und Strukturausstattung räumlich klar abgrenzbaren Gebietes sind daher als lokale Population anzusehen. Wenn dieses Gebiet mehr als 2.500 m vom nächsten besiedelten Bereich entfernt liegt oder von diesem durch unüberwindbare Strukturen (verkehrsreiche Straßen, stark genutztes Ackerland u.ä.) getrennt ist, dann ist von einer schlechten Vernetzung der Vorkommen und somit von getrennten lokalen Populationen auszugehen (Groddeck 2006). Schmale Vernetzungselemente können allerdings den Austausch zwischen solchen Individuengemeinschaften ermöglichen, auch wenn sie eine weniger gute Lebensraumqualität besitzen. Hier sind vor allem Bahnstrecken und Straßenböschungen von Bedeutung (Waitzmann & Fritz 2007).

Gefährdungsursachen

Die Äskulapnatter ist hauptsächlich durch Zerstörung und Veränderung ihrer Lebensräume sowie durch Verinselung der Populationen gefährdet.

Land- und Forstwirtschaft

  • Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen durch
    • Verstärkte Nutzung
    • Aufgabe der Niederwaldwirtschaft
    • Aufforstung bewuchsarmer Standorte
    • Rekultivierung von Sekundärstandorten
    • Verlust von Eiablageplätzen (z.B. Mist- und Komposthaufen)
  • Nutzungsaufgabe von Wiesenhängen und Streuobstwiesen und damit verbundene fortschreitende Verbuschung
  • Verlust von Lebensraumelementen (Sonnenplätze, Deckung)
  • Tötung durch Mahd
  • Verfall, Verfugen oder Zuwachsen von Trockensteinmauern (insbesondere im Odenwald)

Sonstige

  • Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen durch Siedlungserweiterung
  • Straßen- und Wegebau
  • Zerschneidung/Verinselung durch Verkehr
  • Direkte Verfolgung durch den Menschen (Haltungszwecke)

Überblick zum Status der Art

Synonyme -
FFH -Richtlinie IV
Rote Liste Deutschland (Kühnel et al. 2009) 2 (stark gefährdet)
Rote Liste Europa (Cox 2009) LC (nicht gefährdet)
Verantwortlichkeit (Kühnel et al. 2009) In besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß  Nationaler Bericht 2013 Kontinentale Region: ungünstig – unzureichend; alpine Region: unbekannt

Merkmale