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Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Hungerkünstler in nährstoffarmen Gewässern

Die Östliche Moosjungfer ist eine Spezialistin für die Besiedlung nährstoffarmer Gewässer. Da sie hier mit wenig Nahrung auskommen muss, ist auch die Entwicklungszeit der Larven im Vergleich zu anderen Arten, die nährstoffreichere Gewässer besiedeln, mit mindestens zwei Jahren länger. Biologen gehen davon aus, dass sich die Östliche Moosjungfer deshalb in nährstoffarmen Gewässern fortpflanzt, weil sie sich in nährstoffreicheren Gewässern als konkurrenzschwache Art anderen Libellen gegenüber nicht behaupten kann.
Im Übrigen ist die Östliche Moosjungfer – wie ihre Schwesterart, die Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) – durch Rücken- und Seitendornen am Hinterleib gegen Fraßfeinde wie Fische gewappnet. Verhaltensbeobachtungen haben ergeben, dass insbesondere Flussbarsche, mit denen die Art zusammen vorkommt, die stark bedornten Larven nach dem Fang häufig wieder „ausspucken“. Trotzdem bevorzugt die Östliche Moosjungfer Gewässer, die nur eine geringe Dichte an Fischen aufweisen oder ganz fischfrei sind.

Merkmale der Östlichen Moosjungfer

Männchen der Östlichen Moosjungfer (Foto: Mathias Lohr)
Männchen der Östlichen Moosjungfer

Charakteristische Merkmale sind die weißen Hinterleibsanhänge, der im vorderen Teil blau bereifte und im hinteren Teil nur wenig erweiterte Hinterleib sowie die schwarzbraunen Flügelmale.

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Lebensraum

Lebensraum der Östlichen Moosjungfer in einem Steinbruch (Foto: Mathias Lohr)
Lebensraum der Östlichen Moosjungfer in einem Steinbruch

Lebensraum der Östlichen Moosjungfer sind kleinere, nährstoffarme Stillgewässer mit einer Verlandungszone. Solche Gewässer finden sich oft als Kolke, Weiher oder kleinere Seen in Mooren. Daneben werden auch Braunkohlen- und Kiesabbaugewässer sowie Altarme besiedelt. Gemeinsam ist den Gewässern, dass sie untergetauchte Pflanzenbestände aus Moosen oder Armleuchteralgen sowie Riede aus kleineren Binsen- oder Seggenarten aufweisen.

Die Östliche Moosjungfer besiedelt nährstoffarme Stillgewässer mit einer reichen Unterwasserpflanzenwelt. Dazu zählen neben Moorgewässern, nährstoffarmen Kleinseen und Weihern auch flache Gewässer z.B. in Steinbrüchen.

 

 

Literatur

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Letzte Änderung: 01.12.2011

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