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Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis)

Leben im Fahrstuhl – mit der Krebsschere auf und ab

Alle Libellen leben räuberisch, das heißt, sie ernähren sich von anderen Tieren wie z.B. kleinen Insekten. Deshalb sind sie gewöhnlicherweise nicht eng an das Vorkommen einer bestimmten Pflanzenart gebunden, wie dies z.B. manche Schmetterlinge sind. Eine Ausnahme bildet die Grüne Mosaikjungfer, deren Larven ausschließlich in Beständen der Krebsschere (Stratiotes aloides) leben. Diese enge Bindung an die Krebsschere wird von den meisten Wissenschaftlern auf die wärmebegünstigten Verhältnisse in den Beständen dieser Pflanze zurückgeführt. Denn im Herbst sinken die frei schwimmenden Rosetten der Krebsschere auf den frostgeschützten Gewässergrund, wo dann im Winter die höchsten Temperaturen im Gewässer zu finden sind, während sich an der Wasseroberfläche eine mitunter dicke Eisschicht bildet. Im Frühjahr, wenn bei steigenden Temperaturen die Krebsscheren aktiv werden und Photosynthese betreiben, steigen sie wieder an die Wasseroberfläche auf. Hier erwärmt sich das zwischen den Krebsscherenrosetten stehende Wasser rasch und bietet so den Libellenlarven einen wärmebegünstigten Lebensraum. Ein weiterer Vorteil, den ein Leben zwischen den Krebsscheren bietet, ist der Schutz vor Fressfeinden wie z.B. Fischen. Denn in dichte Bestände der Krebsschere mit ihren stark gesägten, scharfkantigen Blatträndern wagen sich nur wenige größere Wassertiere.

Merkmale der Grünen Mosaikjungfer

Männchen der Grünen Mosaikjungfer (Foto: Matthias Olthoff)
Männchen der Grünen Mosaikjungfer

Die Art gehört zur Familie der Edellibellen. Sie ist vor allem durch die ausgedehnte grüne Färbung der Brustseiten gekennzeichnet, die lediglich von schmalen, dunklen Nahtlinien durchzogen ist.

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Lebensraum

Lebensraum der Grünen Mosaikjungfer sind Bestände der Krebsschere (Stratiotes aloides) im Norddeutschen Tiefland. In die Blätter dieser Pflanze stechen die Weibchen die Eier und in den Blattrosetten der Krebsscheren leben die Larven. Besiedelt werden stehende bis langsam durchströmte Gewässer wie Altarme, windgeschützte flache Seebuchten und Flachseen, Weiher, Teiche, Tümpel, Torfstiche, Moorkolke und Gräben. Die Gewässer haben eine mittlere Nährstoffversorgung und trocknen niemals vollständig aus. Die ausgedehnten Bestände der Krebsschere können manchmal dichte Teppiche bilden.


Graben mit Krebsschere, Nahaufnahme Krebsschere (Fotos: Mathias Lohr)
Graben mit Krebsschere, Nahaufnahme Krebsschere

Foto links: Auch Gräben in schwach genutztem Grünland weisen oft große Bestände der Krebsschere auf, in denen die Larven der Grünen Mosaikjungfer leben.
Foto rechts: Nahaufnahme einer Krebsschere (Stratiotes aloides).

Literatur

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Letzte Änderung: 01.12.2011

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