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Eremit (Osmoderma eremita)

Nomen est omen

Der Eremit macht seinem Namen alle Ehre und führt ein weitgehend verborgenes Leben in Baumhöhlen. Bevorzugt werden große Höhlen entsprechend alter Laubbäume, was ihn zu einer Charakterart sehr naturnaher, urständiger Wälder macht, in denen zumindest ein Teil der Bäume sein natürliches Alter erreichen kann (Baumveteranen).
Direkte Beobachtungen der ausgewachsenen Käfer sind selten, da nur ein Bruchteil der Tiere (nur ca. 15 %) jemals die Bruthöhle verlässt. Die Käfer sind insbesondere an Tagen mit Temperaturen über 25°C flugaktiv, können aber auch schon bei niedrigeren Temperaturen an den Brutbäumen herumlaufend oder am Eingang der Höhle sitzend beobachtet werden. Zumeist erfolgt der Nachweis über die charakteristisch zylindrischen Kotkrümel der Käferlarven sowie durch Körperteile der Elterngeneration am Fuß von Brutbäumen.
Der Eremit ist in Deutschland stark gefährdet und europaweit streng geschützt. Mit seiner Bindung an Höhlen alter Bäume besiedelt er in unseren Wäldern sehr selten gewordene Lebensraumelemente. Damit kommt ihm die Funktion einer ‚Schirmart’ zu, stellvertretend für eine Vielzahl weiterer, hochgradig gefährdeter Bewohner von Alt- und Totholz.

Merkmale des Eremiten

Der Eremit ist ein Bewohner von Höhlen alter Bäume und eine ‚Schirmart’ für weitere Arten dieses speziellen Lebensraums. (Foto: Stephan Gürlich)
Eremit auf Baumrinde

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Lebensraum

Naturnaher Altbuchenbestand mit zahlreichen Höhlenbäumen und Baumruinen im Naturwaldreservat Useriner Horst, Müritz-Nationalpark. (Foto: Stephan Gürlich)
Lebensraum des Eremiten im Müritz-Nationalpark

Wärmegeprägte Wälder mit altem Laubbaumbestand sind der typische Lebensraum des Eremiten. Wichtiger als die Baumart ist das Vorhandensein alter Höhlenbäume, sowie ein, auch in der Vergangenheit, beständiges Angebot dieser Lebensraumelemente. Ganz charakteristisch ist das Vorkommen des Eremiten in Wäldern mit Baumveteranen als Relikt alter Nutzungsformen wie den Hudewäldern, in denen für die Art günstige Bedingungen herrschten.

Sekundär haben außerhalb der Wälder gelegene Baumbestände für den Eremiten große Bedeutung erlangt, wie Parkanlagen, Alleen oder Kopfbäume.

Merkmale

 Merkmale Eremit

Literatur

 Literatur

Letzte Änderung: 01.01.2012

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