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Rothalsiger Düsterkäfer (Phryganophilus ruficollis)

Seltenes Urwaldrelikt

Der Rothalsige Düsterkäfer ist eine extrem seltene Art, die europaweit nur vereinzelt gefunden wird, dann meist nur einzelne Tiere und häufig auch erst wieder nach einigen Jahrzehnten. So auch im Süden Bayerns, der einzigen Region Deutschlands in der die Art bisher nachgewiesen wurde. Lange galt die Art hier als ausgestorben, 1999 gelang aber ein Wiederfund bei Garmisch-Partenkirchen.
Die Larven des Rothalsigen Düsterkäfers entwickeln sich über mehrere Jahre unter der Rinde in faulweichem, von Pilzgeflecht durchsetztem Totholz, das sich in urständigen, naturnahen Wäldern im Flachland und im niederen Bereich der Gebirge findet. Die Käfer werden offenbar nur ein bis zwei Wochen alt. In dieser kurzen Zeit nutzen die tagaktiven Tiere warme Tage für ihre Suche nach neuen Brutbäumen. Werden sie entdeckt oder gefangen, reagieren sie mit einem stark ausgeprägten Totstellreflex. In Europa wird der Rothalsige Düsterkäfer auf der Vorwarnliste geführt, denn nur noch wenige naturnahe Waldbestände mit „Urwaldcharakter“, wie sie die Art offenbar benötigt, sind hier vorhanden.

 

Merkmale des Rothalsigen Düsterkäfers

Belegexemplar des Rothalsigen Düsterkäfers (Foto: Heinz Bussler, Belegexemplar Garmisch-Partenkirchen 1999)
Belegexemplar des Rothalsigen Düsterkäfers

Die Art ist 14-16 mm groß und besitzt starke Kiefertaster mit großem, messerförmigem Endglied. 

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Der Rothalsige Düsterkäfer galt lange in Deutschland als ausgestorben, 1999 gelang aber ein Wiederfund (Foto).


Lebensraum

Lebensraum des Rothalsigen Düsterkäfers (Foto: Jörn Buse)
Lebensraum des Rothalsigen Düsterkäfers

Über die Entwicklung und Lebensweise des Rothalsigen Düsterkäfers ist nur wenig bekannt. Kenntnisse in diesem Bereich stammen im Wesentlichen von Palm (1940). Der Käfer besiedelt offenbar nur naturnahe Wälder mit Urwaldcharakter und nutzt dabei verpilztes Totholz verschiedener Laub- und Nadelbäume.

Verbreitung

Literatur

 Literatur

Letzte Änderung: 01.01.2012

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