Bundesamt für Naturschutz

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Wald-Wiesenvögelchen (Coenonympha hero)

Liebhaber von Waldwiesen

Das Wald-Wiesenvögelchen ist, wie der Name bei falscher Trennung (Waldwiesen-Vögelchen) schon erkennen lässt, eng an (meist ungemähte) Waldwiesen gebunden. Es benötigt sonnig-warme und geschützte Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der standorttreue Falter besiedelt Auenlandschaften mit Flussschotterheiden, lichtungsreiche, feuchte oder wechselfeuchte Wälder und wärmebegünstigte Moorgebiete mit Gehölzen. Die Männchen patrouillieren entlang der verstreuten Sträucher und über der Grasschicht im Lebensraum, während die Weibchen häufiger im Gras oder in den Sträuchern ruhen. Zur Eiablage landen sie auf Grashalmen, drehen sich mit dem Kopf nach unten und krabbeln in einer Lücke zum Boden, wo sie das Ei meist an trockene Halme anheften.

Merkmale des Wald-Wiesenvögelchens

Weibchen des Wald-Wiesenvögelchens beim Sonnen. Die Flügel werden dabei im möglichst optimalen Winkel zur Sonne ausgerichtet. Foto: Geyer & Dolek.
Wald-Wiesenvögelchen

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Lebensraum

Ein großes Vorkommen des Wald-Wiesenvögelchens auf einem Brennenstandort im Lechauwald. Es besteht eine enge Verzahnung von Einzelbäumen, Sträuchern und Grasflächen, die teilweise und im Wechsel gemäht werden. Foto: Geyer & Dolek.
Brennenstandort im Lechauwald

Die Lebensräume des Wald-Wiesenvögelchens sind besonnte Grasfluren im Bereich frischer, feuchter bis wechselfeuchter Standorte in Wäldern oder an Waldrändern. Dies können v.a. im Alpenvorland Moorwiesen-Brachen in den Randbereichen von Hoch- und Niedermooren, in Torfstichen bzw. lichtungsartige Bereiche in Feuchtwäldern sein, ansonsten aber auch Kahlhiebe, Sturmwurfflächen, Mittel- und Niederwälder, Brennen und Flussschotterheiden sowie andere standörtlich und nutzungsbedingt lichtungsreiche Wälder. Wichtig ist die Kombination von hoher Luftfeuchte, Wärmegenuss und Sonneneinstrahlung sowie geschützter Lage. Entscheidend ist auch der dreidimensionale Aufbau der Grasschicht: Die lebenden Halme müssen ein dreidimensionales Geflecht bilden, wo sich dichtere und lückige Stellen abwechseln. Im unteren Bereich der Pflanzendecke ist eine leichte bis mittlere Streuauflage notwendig, sie darf jedoch nicht stark verfilzt sein. Insgesamt sollte der Zustand der Grasschicht bracheartig sein, dabei jedoch deutliche Lücken aufweisen.

Literatur

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