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Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii)

Ein zarter grüner Schimmer im Moor

Das Sumpf-Glanzkraut ist eine zarte Pflanze mit glänzenden Blättern. Es wächst vorzugsweise in Flach- und Zwischenmooren sowie an der Nordsee in Dünentälern. Mit den sehr unscheinbaren gelbgrünen Blüten ist das Sumpf-Glanzkraut selbst zur Blütezeit nur schwer zu finden. Wie viele Orchideen ist es in der Lage eine sogenannte Sprossruhe durchzuführen. Dies bedeutet, die Pflanzen können mehrere Jahre als Knolle im Boden überdauern ohne oberirdisch in Erscheinung zu treten. Aufgrund der massiven Änderungen im Wasserhaushalt der Moore gilt diese Pflanze in Deutschland als stark gefährdet.

Merkmale des Sumpf-Glanzkrauts

Blütenstand des Sumpf-Glanzkrauts. Foto: Uwe Grabner/AHO-Bayern.
Blütenstand des Sumpf-Glanzkrauts

Das Sumpf-Glanzkraut besitzt einen unauffälligen Blütenstand aus gelbgrünen Blüten und kann daher leicht übersehen werden.

Lesen Sie mehr über die  Merkmale des Sumpfglanzkrauts.


Lebensraum

Lebensraum. Foto: Uwe Grabner/AHO-Bayern.
Lebensraum

Das Sumpf-Glanzkraut besiedelt in Deutschland ganzjährig nasse, unbewaldete, basenarme und nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Flach- und Zwischenmoore. Es kann dabei bis in eine Höhe von ca. 1.000 m über NN aufsteigen. Eine Besonderheit stellt das Vorkommen in Dünentälern auf den Ostfriesischen Inseln dar. Das Sumpf-Glanzkraut kann sowohl in natürlichen, nicht pflegeabhängigen Lebensräumen vorkommen, wie etwa in Kalkflachmooren und Dünentälern, aber auch in von menschlicher Nutzung bzw. Pflege abhängige Bereiche vordringen. So erklärt sich das Vorkommen in Lebensräumen, die nicht von Natur aus waldfrei sind. Als Ersatzlebensräume können in besonderen Fällen Sand- und Kiesgruben dienen, wenn ein basenreicher Grundwasserstrom vorhanden ist bzw. der Abbau bis auf Grundwasserniveau stattgefunden hat. Diese Vorkommen sind jedoch dauerhaft äußerst pflegebedürftig. In der Regel sind Vorkommen in diesen Lebensräumen sehr stark von einwandernden Gebüschen und Bäumen bedroht und daher langfristig nur mit hohem Aufwand zu erhalten.

Literatur

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