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Schlitzblättriger Beifuß (Artemisia laciniata)

Ein Spezialist für außergewöhnliche Lebensräume

Die Heimat des Schlitzblättrigen Beifußes sind die kontinental geprägten Klimaregionen Zentralasiens. An kurze Wachstumsphasen, geringe Niederschläge und lange Frostperioden ist er gut angepasst. In Mitteleuropa herrschen allerdings andere klimatische Verhältnisse, die das Wachstum von konkurrenzkräftigeren Arten fördern. Der sensible Schlitzblättrige Beifuß kann sich daher nur an Extremstandorten durchsetzen, wie etwa in wechselfeuchten Salzwiesen. Das letzte mitteleuropäische Vorkommen befindet sich am Neusiedler See in Österreich. In Deutschland ist die Art bereits seit 1900 ausgestorben.

Merkmale des Schlitzblättrigen Beifußes

Der Schlitzblättriger Beifuß besitzt eher unscheinbare, kleine Blüten. Foto: Martin Schnittler.
Schlitzblättriger Beifuß

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Lebensraum

Das letzte mitteleuropäische Vorkommen des Schlitzblättrigen Beifußes befindet sich am Neusiedler See in Österreich. Foto: Martin Schnittler.
Lebensraum

Der Schlitzblättrige Beifuß stammt aus der mongolisch-sibirischen Region und besiedelt dort staudenreiche, frische Lärchenwälder sowie Birken- und Espenwälder, Wiesen und Wiesensteppen. Er ist gut an das raue kontinentale Klima dieser Region angepasst, dort herrschen kurze Wachstumsperioden, Permafrostböden und Niederschläge vor allem im Sommer vor. Unter den in Mitteleuropa vorherrschenden Klimabedingungen ist der Schlitzblättrige Beifuß äußerst konkurrenzschwach und wird leicht von anderen Pflanzen verdrängt. Daher findet man ihn hier ausschließlich auf Sonderstandorten, wie etwa salzhaltigen, wechselfeuchten Magerwiesen. Derzeit gibt es in Mitteleuropa noch ein letztes Vorkommen in Österreich am Neusiedler See (Adler et al. 1994). Hierbei handelt es sich um eine wechselfeuchte, leicht salzbeeinflusste Pfeifengraswiese. In Deutschland fand man die Art in den feuchten Salzwiesen der mitteldeutschen Trockengebiete, sie ist dort aber bereits seit 1900 ausgestorben.

Verbreitung

Literatur

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